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Ost und West · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1921) · p. Seite 25 - 26

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Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1921)
Article
Die Theodotos-Synagoge in Jerusalem
Date
1921-01-01
Page
Seite 25 - 26 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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25 Die Theodotos-Symgoge in Jerusalem 26 Die Inschrift der Mischna (Baba Bathra IV, 6) verwiesen werden kann. Es gehörte zum Komplex der Gebäude, die auf einem „Hof" standen, wie die zahlreichen Wirtschaftsgebäude, die in demselben Zusammenhange erwähnt werden. Damit ist nun unsere Inschrift abermals aufs beste erklärt. Nach' den Söllern werden in ihr erwähnt die „ c h r.e s te r i a ", d.i. Anlagen der Gewässer, seien es nun Gewässer, die man zum Bade oder Gewässer, die man zur Wirtschaft brauchte; das Ding ist absichtlich ohne nähere Bezeichnung gelassen worden, weil man verschiedene Arten von Anlagen des Wassers angeben wollte. Freilich, solange man herumtappt und das griechische „chresteria" (Mehrzahl) für das nimmt, was es in älteren Schriften bedeutet, also Möbel und Hausrat, kann man sich1 hier nicht zurechtfinden; aber nach dem Wörterbuch' des Byzantiners Guidas, der uns die besten Traditionen aufbewahrt hat, bedeutet „chresterion" (Einzahl) u.a. nichts anderes als den Platz, den Raum einer Sache, die Stätte, auf der eine Vorrichtung angebracht ist, also hier der Platz im Gehöfte, auf welchem die Wasseranlagen erbaut sind. Vom Bauen aber muß unbedingt die Rede sein, wie die Inschrift deutlich angibt, so daß wir ganz gut an Wasserleitungen denken können, die zu einem Bade nötig sind. Daß sich' ein Bad neben der Synagoge befand, ist ja ohne weiteres ieodotos*Synagoge verständlich, unterhält doch auch heute noch fast jede jüdische Gemeinde ein rituelles Bad (Mikwah), in der die rituellen Waschungen vorgenommen werden. In alten Zeiten und besonders; in Jerusalem, wo es noch1 ein Opferwesen gab, und ganz besonders für die aus dem heidnischen Auslande zugereisten Fremden, war ein solches Bad neben der als Herberge hergerichteten Synagoge nur noch notwendiger. Der Bau der in Rede stehenden Synagoge muß lange gedauert haben, schon in Anbetracht der vielen Nebengebäude, die dazu gehörten, doch auch1 wohl wegen der Synagoge selbst, die allem' Anscheine nach in größerem Stile ausgeführt worden war. Eben darum unterscheidet die Inschrift zwei Bauperioden: was Theodotos erbaut hat, dazu wurde der Grund gelegt schön durch seine Väter und durch' die Aeltesten (Presbyten) und durch1 Simonides. Doch kann es geschehen sein, daß der Bau «durch uns unbekannte widrige Zustände oder gar durch Feindeshand unterbrochen wurde. Diesbezüglich sind wir gänzlich auf Vermutungen angewiesen, da die Inschrift nichts darüber andeutet. Auch' der zuletzt genannte Simonides wird in keiner Weise näher bezeichnet, so daß wir nicht wissen können, welche amtliche Stellung er im Leben hatte und welcher Art seine Verdienste um unsere Synagoge waren. Damit be-

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