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Ost und West · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September-Oktober 1920) · p. Seite 252 - 253

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Journal
Ost und West
Volume
20 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September-Oktober 1920)
Article
Die älteste jüdische Katakombe in Rom
Date
1920-09-01
Page
Seite 252 - 253 (sequence 4)
Language
German
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252 Die älteste jüdische Katakombe in Rom 253 Kammern. Unter dem Niveau der Orabanlage haben sich noch Reste einer anderen erhalten, zu der man in der Nähe der Eingangstreppe auf einer zweiten Treppe hinabstieg. Diese war von einer schrägen, auf zwei Ziegelmauern ruhenden Decke überdacht. Von dem Grabraum, zu dem sie führt, hat sich infolge des Erdsturzes leider nur wenig erhalten. Nicht allein in der Form der Qrabräume, sondern auch in der der Gräber zeigt unsere Katakombe eine große Mannigfaltigkeit, zählt doch Nikolaus Müll nicht weniger als elf verschiedene Gräbertypen, Zu den ältesten rechnet er die Senkgräber, die aus . dem Boden ausgehoben und mit Ziegel- oder Marmorplatten bedeckt wurden. Oft befand sich über einem solchen Hohlraum ein zweiter, der mit Erde oder Tuffbrocken ausgefüllt wurde. Zuweilen hatte man diese Gruben auch mit Steinplatten ausgefüttert oder mit Mörtel verputzt. Eine andere häufig vorkommende Form ist das Nischengrab, dasin den Wänden der Grotten, Rezesse, Kammern und Gänge in kleinerer oder größerer Anzahl übereinander angebracht wurde. Als Verschluß dienten manchmal auch Marmor¬ oder Ziegelplatten, gewöhnlich jedoch eine Mauer aus Tuffbnocken und Kalkmörtel oder Lehm. Aus demselben Material bestehen die besonders bemerkenswerten Sarkophage, die, teils auf dem Boden der Grabräume, teils aufeinander aufgemauert, oft bis an die Decke reichten. <Man benutzte nicht nur den Bodefn der Grabräume, sondern auch deren Wände- sowie die Verschlüsse von Nischengräbern als Wände solcher Sarkophage. Diese aufgemaüerten und in mehreren Reihen über- und nebeneinander angeordneten Sarkophage unserer Katakombe nehmen» eine Ausnahmestellung in der ganzen alten Sepulkralarchitektur ein. Dasselbe gilt von einer Art Nischengräber, die sich' als in eine Nische eingemauerte Sarkophage darstellen. Auch die sehr seltene Form der Tonsärge findet sich hier etwa 20mal, dagegen sind Steinsarkophage viel Abbildung 4 seltener. Unter diesen ist der Deckel eines Kindersarkophags besonders zu erwähnen, der in künstlerischer Ausführung das Porträt eines Kindes zeigt. Ebenso zeigen die übrigen Reste von Steinsarkophagen mehr oder weniger reichen Bilderschmuck. Auch Krugsärge haben sich in unserer Katakombe erhalten. Dagegen hat sich keins der von den Juden, auch in Palästina, sonst häufig benutzten Schiebegräber gefunden. Auch von Holzsärgen ist keine Spur zutage getreten, so daß man schließen muß, daß die Toten nur in ihre Totengewänder gehüllt ins Grab gebettet wurden. Als Beigaben fand sich in den Gräbern eine große Anzahl von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen; unter'den ersteren ragen besonders zwei goldene, edelsteingeschmückte Armbänder und ein rotes Korallenstück, einen Hund darstellend, hervpr. Des weiteren traf man viele Gefäße aus gebranntem Ton und Glas an. Sehr zahlreich waren auch die Terrakottalampen, die sich in verschiedenenl Förthen und in Hunderten, von Exemplaren vorfanden.' Auch einige Kupfermünzen sind ans Lieht gekommen. Was die Gräber besonders interessant für uns macht, sind die Inschriften. Die Sitte, Inschriften

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