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Ost und West · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September-Oktober 1920) · p. Seite 250 - 251

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Journal
Ost und West
Volume
20 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September-Oktober 1920)
Article
Die älteste jüdische Katakombe in Rom
Date
1920-09-01
Page
Seite 250 - 251 (sequence 3)
Language
German
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250 Die älteste jüdische Katakombe in Rom 251 Neben dieser aKesten Katakombe sind im Laufe des 19. Jahrhunderts noch vier weitere bekannt geworden: 1859 in der Vigna Randanini an der Via Appia, 1867 ganz in der Nähe davon in der Vigna des Grafen Cimarra, ebenfalls an der Via Appia, 1883 an der Via Flaminia, 1885 wieder an der Via Appia gegenüber der Vigna Randanini. Alle diese Begräbnisplätze lagen außerhalb der Mauer der Stadt Rom, da, ähnlich wie ein Verbot der Mischna, auch das Zwo Iftafelgesetz eine Bestattung innerhalb der Stadt untersagte. Außer diesen Katakomben ist noch eine jüdische Begräbnisstätte in dem Hafenort Porto an der Tibermündung gefunden worden. Das Alter dieser Gräber wird in das zweite bis vierte nachchristliche Jahrhundert gesetzt; nur die Katakombe am Monteverde ist älter und reicht in das erste Jahrhundert zurück. Mit diesem ältesten jüdischen Begräbnisplatk hat sich Nikolaus Müller in den Jahren 1904 bis 1909, unterstützt von der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums'eingehendbeschäftigt, ohne daß es ihm vergönnt war, bis zu seinem am 2. September 1912 erfolgten Ableben seine Arbeiten zu Ende zu führen. Sein Schüler, Nitos A. Bees, gab in den Schriften der genannten Gesellschaft Nikolaus Müllers nachgelassenes Werk ,,Die Inschriften der jüdischen Katakombe am Monteverde zu Rom" heraus. Die Inschriften selbst und die sonstigen Funde befinden sich seit 1907 i^m Lateranischen Museum zu Rom, wo sie in einer besonderen „Nuoya Sala Giudaica" Aufstellung gefunden haben. Dort verewigt auch eine lateinische Inschrift die Verdienste Nikolaus Müllers um die Erforschung dieser Katakombe. Durch einen infolge eines Steinbruchs entstandenen Erdsturz ist die Katakombe jetzt zum Teil zerstört und offengelegt. Den ursprünglichen Eingang bildete ein langes und über 2 m breites Vestibül, dessen Längsseiten aus Ziegeln bestanden und ein aus demselben Material bestehendes Tonnengewölbe trugen. Eine verhältnismäßig breite (3 m) Treppe von sechs Stufen, ebenfalls aus Ziegeln, führte zu diesem Vestibül hinab. Die Katakombe weist eine solche Fülle von Formen in den Grabräumen und Gräbern auf, daß sie darin alle bisher bekannten Beerdigungsstätten Roms, jüdische wie christliche, übertrifft. Architektonisch besteht sie aus zwei ganz verschiedenen Teilen. Zunächst trifft man Grotten oder Höhlen von ziemlich unregelmäßiger Gestalt, an die sich sog. Rezesse anschließen, halb Galerien, halb Kammern, nicht so lang wie jene und schmäler als diese. Diese Groiten und Rezesse in unmittelbarer Nähe der Treppe, jetzt in ziemlich zerstörtem Zustand, gehören zu den älteren Anlagen und finden sich sonst nicht in jüdischen Katakomben. Die jüngeren Teile, die in weiterer* Entfernung von der Treppe liegen, bestehen ausschließlich aus Gängen und Abbildung 3

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