Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 20 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September-Oktober 1920)
- Article
- Die älteste jüdische Katakombe in Rom
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 248 - 249 (sequence 2)
- Language
- German
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248 Die älteste jüdische Katakombe in Rom 249 senen Liebesdienst ist uns in den jüdischen Katakomben von Rom erhalten, die in der jüngsten Zeit aufgedeckt und von einem für die Wissenschaft leider zu früh verstorbenen christlichen Gelehrten, N i kC1 au s M ü 11 eorerforscht wurden. Was diese Gräbstätten geschichtlich und religionsgeschichtlich bedeuten, ist in dieser Zeitschrift bereits ausgeführt worden*). Unsere Kenntnis von den jüdischen Katakomben in Rom geht bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts zurück. Der Entdecker der christlichen Katakomben von Rom, Antonio Bosio, hat Uns in seinem Werk „Roma sotteranea" (1632) auch die erste. Kunde von einer jüdischen Katakombe gegeben. Am 14. Dezember 1602 stieß er vor der Porta Portese am Colle rosato auf den fersten altjüdischen Begräbnisplatz, von deni man Kunde hat. Diese Art von Bestattung war Juden und Christen gemeinsam, da die Christen an der bei dei? Juden üblichen Erdbestätturig;festhielten. Es müß daher . immer sorgfältig geprüft werdep, ob mit . einer christlichen 64er jüdilchen Katalcombe zu; 1 .' '' ...V"' ' ■ ' i '* '»■' '■ *) Vgl. ^äus dem alten jüdischen Rom", Ost und West, Heft 7/8 dieses Jahrgangs. ung 2 tun hat. Da hebräische Inschriften nicht zahlreich und auch die Namen nicht entscheidend sind, müssen charakteristische Embleme und gewisse Redewendungen in den Inschriften als Unterscheidungsmerkmal dienen. So erkannte Bosio die von ihm entdeckte Katakombe an einem großen aufgemalten siebenarmigen Leuchter als eine jüdische. ■•. 'Leider hatte Bosio bei der ersten Auffindung dieses Begräbnisplatzes ihn nicht genauer untersucht. Aus Furcht vor dem schlechten Zustand, desselben verweilte er nur zwei Stunden dort und" faßte seine Beobachtungen in einem kurzen, flüchtigen- Bericht zusammen. Weder er noch andere Forscher auf diesem Gebiet unterzögen :Unsere Katakombe einer' genaueren Untersuchung,, so daß sie im Laufe der Zeit ganz in Vergessenheit geriet. Als daher Ende Oktober . 1904 vor der Porta Portese am Monteverde eine K&takombe entdeckt wurde, glaubte man; zunächst, einen neuen Begräbnisplatz gefunden zu- Üaben. Wenige Tage darauf erkannte aber , Nikolaus Müller, der sich damals in Rom befand. un<3 von dem Fund Kenntnis erhielt, . in ' der \aris Tageslicht geförderten Katakombe jene alte, längst verschollene Grabstätte ■ wieder.