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Ost und West · 1920-01-01 · Heft 3-4 (März-April 1920) · p. Seite 108

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Journal
Ost und West
Volume
20 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März-April 1920)
Article
Die Judenheit in Amerika
Date
1920-01-01
Page
Seite 108 (sequence 3)
Language
German
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108 Die Judenheit in Amerika 109 Eröffnet wurde diese Lehranstalt i. J. 1907. Seit dem Jahre 1913 gibt ihr Professoren-Kollegium, die bis dahin in London erschienene Jewish Quarte r 1 y Review heraus. Die American Jewish Historical Society wurde im Jahre 1892 gegründet. Einer ihrer Präsidenten war der bekannte amerikanische; StaatSrmann und Historiker Oscar S. Strauß s. Jetzt steht an ihrer Spitze Cyrus Adler. Sie hat 26 Bände mit Beiträgen zur Geschichte der Juden, vornehmlich in Amerika, herausgegeben. Das im Jahre 1919 entstandene Bureau o f Jewish Social Research in New York hat sich zum Ziele gesetzt., „die Probleme des: jüdischen sozialen und kommunalen Lebens in Amerika und anderen Zentren des Judentums zu studieren". Die im Jahre 1916 entstandene Gesellschaft Jewish Academicians of America in New York zählt 24 Mitglieder und hat zum Ziel „die schöpferische jüdische Gelehrsamkeit zu fördern, die Wahrheiten und Lehren des Judentums im Lichte des modernen Gedankens zu erforschen und die Methoden der modernen Wissenschaft auf die Lösung von rituellen Problemen anzuwenden". — Verwandte Ziele erstrebt die 1913 gegründete Intercoll e g iate Menor ah Association in New York mit 4000 Mitgliedern. Ihre Aufgabe ist, „an den amerikanischen Universitäten das Studium der jüdischen Kultur und der jüdischen Ideale zu fördern". Ihr Vorstand besteht aus jüdischen Professpren an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Linter den Erziehungsorganisationen sei zunächst erwähnt die Jewish Chautauqua. Society zur Förderung der Volksbildung, in Philadelphia, mit 4000 Mitgliedern, ferner der Council o f Y o u n g M e n's Hebrew and. Kindred Association s in New York,, der 372 Jugendvereine zusammenfaßt und deren Aufgabe es ist, „das religiöse, intellektuelle, physische und soziale Wohlergehen und die Entwicklung der jüdischen Jugend beiderlei Geschlechts zu fördern". Sie sind über ganz Amerika verbreitet. — Die 1896 gegründete Educational League for the higher Education of Orphans zählt 2318 Mitglieder und will begabten Waisenkindern die Möglichkeit einer höheren Bildung gewähren. SCHUTZ DEN EINWANDERERN. Mit dem Schutz der Einwanderer befassen sich, folgende Institutionen: der 1891 ins Leben gerufene Baron de Hirsch Fund in New York, der auf folgenden Gebieten seine Tätigkeit entwickelt: 1. er unterhält in Perskil] (N, Y.) eine Ackerbauschule, welche den jüdischen jungen Einwanderern Unterricht in der Landwirtschaft erteilt; 2. unterhält in New York eine Gewerbeschule, welche in folgenden Fächern unterrichtet: Maschinenbau, Bleiarbeit, Elektrizität, Zimmer-, Alfresco- und Schaldermalerei, Druckerei, Metallplattenarbeit, Holz- und Zimmermannsarbeit, praktische Ingenieurarbeit; 3. unterhält die Woodbin-e Land and Improvement Company, eine Ackerbaukolonie mit Farm; 4. unterhält Tag- und Abendklassen, um den Einwanderern englischen Unterricht zu erteilen; 5. unterhält ein ausgedehntes Hilfswerk durch Unterstützung entsprechender Vereine in verschiedenen Städten Amerikas. Die Hebrew Sh eltering and Immigrant Aid Society of America in New York entstand aus der Verschmelzung zweier Gesellschaften, einer von 1888, der anderen von 1901. Sie zählt 86114 Mitglieder und hat sich zum Vorsatz gemacht, „den gesetzmäßigen Eintritt der jüdischen Emigranten durch die verschiedenen Häfen nach den Vereinigten Staaten zu erleichtern, sie mit vorläufiger Hilfe zu versehen, sie zu verhindern, der Oeffentlichkeit zur Last zu fallen, sie von der Ansiedlung in überfüllten Städten zurückzuhalten, sie zur Landwirt-, schaft anzuleiten, die Unerwünschten vor der Einwanderung zu warnen, die amerikanischen Ideale in den Neuankömmlingen zu pflegen, die Kenntnis der amerikanischen Geschichte lind Institutionen zu fördern und die Vorzüge der erwünschten Immigration besser ans Licht zu setzen". JUEDISCHE LANDWIRTSCHAFT. Es sei hier gleich bemerkt, daß die ,,A m e - r i c a xi i za t i o n", nämlich die rasche und energische Einflöß ung der Liebe zum neuen Vaterland, seiner Sprache, seiner Geschichte, seinen großen Männern, seiner Verfassung,, seinen Institutionen und seinem Geist, allerdings ohne Verkleinerung und Herabsetzung anderer Länder und insbesondere des Ursprungslandes der Einwanderer, einen Hauptteil der Erziehung der Jugend und der erwachsenen Einwanderer bildet. D i e Amerikaner der verschiedensten Herkunft sollen ehestens in ein einziges großes Volk verwandelt werden. Vor etwa einem halben Jahre wurde eine Lcague o f Loyalty in Philadelphia gegründet, die aus im Laude längst ansässigen Ausländern besteht, Polen, Irländern und Deutschen, und deren Aufgabe es ist, unter den Eingewanderten die Liebe zu den amerikanischen Idealen und Einrichtungen zu verbreiten und sie so zu stimmen, daß sie i'beim eventuellen Verlassen Amerikas draußen nur sein Lob erzählen sollen. — Die „Americanization" hat sich auch der Bund b cßarabischer Juden von Amerika zum Ziele gesteckt, der 3000 Mitglieder zählt und erstrebt: die aus Beßarabien und Südrußland kommenden Juden zur gemeinsamen Arbeit im sozialen Interesse zu organisieren, unter den Mitgliedern den Geist der Brüderlichkeit zu pflegen, sie zur Wissenschaft der Philanthropie und des Wohlwollens zu erziehen, in ihnen die Kenntris des echten amerikanischen Bürgergeistes und der patriotischen Prinzipien zu fördern. — Auch die Federation of oriental Jews in America, die 1912 gegründet wurde und deren Vorstandsmitglieder echt türkisch-sefardische Namen tragen, wie G e d a 1 e c i a, H a k i m, B e n a - d a b a, hat sich zur Aufgabe gemacht, ,,die Americanization und die Verbesserung der Le—

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