Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 9 (September 1918)
- Article
- Stimmen des Friedens
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 309 - 310 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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309 Stimmen des Friedens. 310 Farben malen. In erster Reibe steht hier der sattsam bekannte Chamberlain, „der seine gcAvaltige Beherrschung der Sprache zum größten Hymnus des Rassenhasses unter dem Beifall der Jugend und der Gereiften, der Hohen und der Niedern benützen konnte." Nachdem Münzer die Schilderung wiedergibt, die Chamberlain vom Semiten und besonders vom Juden entwirft, schreibt er: „Der gegenwärtig tobende Kampf zeigt, wie gewissenlos diese Schilderung ist. Ist nicht alles, was Chamberlain den Juden vorwirft, von seinen ehemaligen Stammesgenossen (den Engländern) täglich und stündlich uns Deutschen vorgehalten worden? Wirft man uns Deutschen jetzt nicht vor, daß wir hartherzig sind? Spricht man uns nicht jedes Gemüt ab? Nennt man uns nicht arm an Phantasie und schöpferischer Erfindungsmmm^m-^^rr-r ,,' ■"■-'v ■ - V-^iX: h •'. - ÄÄ^nKV/.,, '% >^ :m V,L.. ^^C" > ■f^^^g-- ^■m m*:* ARTUR MARKOWICZ: Flirt ARTUR MARKOWICZ: Winterlandschaft gäbe, unbegabte Bearbeiter der großen Gedanken anderer? Wird uns nicht unsere minderwertige Rasse, unsere unedle Gestalt und brutale Gesinnung vorgehalten? Sind wir nicht Lügner und Heuchler, die nur nach Geld und Macht gieren? Barbaren und Hunnen, von deren Einfluß man. die Welt befreien muß?" Geradezu spaßig ist das Mißgeschick, welches dem großen Rassenapostel mit der — Judennase passiert ist. Diese berühmte Nase erregte das stärkste Mißfallen Chamberlains und wurde ihm zum Symbol aller Gemeinheit, Niedrigkeit, Stumpfheit und Verwerflichkeit der Rasse. Seitdem aber die plastischen Denkmäler des ehemals sehr verbreiteten, seither verschollenen vorderasiatischen Volkes der Hethiter bekannt wurden, fand man, daß die Judeimase eine — hethitische Nase ist. Diese Hethiter, die in der Bibel oftmals erwähnt wurden, dürften sich in hohem Grade mit den alten Hebräern vermischt haben. Die zahlreichen Inschriften in hethitischen Zeichen konnten lange nicht entziffert werden, so daß man den Charakter ihrer Sprache nicht kannte, und nicht wußte, welcher Rasse sie eigentlich zuzuzählen wären. Chamberlain konstruierte sich nun aus diesen undefinierbaren Hethiter den „Homo syriacus", der den Ausbund aller bösen, nichtarischen Rasseneigenschaften darstellt; diese Eigenschaften mitsamt der Nase hätten nun die Juden geerbt, daher sie dem reinen Arier so verächtlich und zuwider seien. Das war alles so schön und klar. Nun kam die exakte Forschung!