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Ost und West · 1918-08-01 · Heft 8 (August 1918) · p. Seite 265 - 266

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 8 (August 1918)
Article
Neue Bahnen in der hebräischen Sprachforschung
Date
1918-08-01
Page
Seite 265 - 266 (sequence 3)
Language
German
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265 Neue Bahnen in der hebräischen Sprachforschung. 266 Forschungen anderer jüdischer Gelehrten, wie Perles, Chajes:, Yahuda usw. wurden in der unparteilichsten Weise berücksichtigt. In jüngster Zeit ist nun Friedrich Delitzsch mit einer neuen Streitschrift hervorgetreten: „Philologische Forderungen an die Hebräische Lexikographie". (Erschienen in den „Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft". 20. Jahrgang. Leipzig 1917.) Der Standpunkt, den Delitzsch in dieser Schrift einnimmt, bedeutet gegen den in seiner ersten, einen großen Fortschritt. Alle seine Thesen verdienen die größte Beachtung. Was er hinsichtlich der Ordnung des Stoffs fordert, ist allerdings eine Frage der Technik. So, wenn er meint, daß mit der bisherigen Methode gebrochen werden müsse, die Nomina nicht nach den Stammbuchstaben, in alphabetischer Reihenfolge zu ordnen., sondern nach ihren zufälligen Anfangsbuchstaben, wodurch die abgeleiteten Nomina von den Verbalstämmen losgerissen erscheinen. Es fragt sich nur, ob man bei Anfängern soviel Kenntnis des Hebräischen auch voraussetzen darf, daßi sie die Stammbuchstaben leicht, herausfinden, um das Wort an der richtigen Stelle zu suchen. Delitzsch glaubt dies bejahen zu dürfen, da das1 Handwörterbuch nicht für Schüler bestimmt sei. Ich möchte dabei hervorheben, daß alle jüdischen Lexika, von dem LEO KATZ WIEN Damenbildnis (Farbige Zeichnung) LEO KATZ WIEN Herrenbildnis (Silberstift) „Machberet" des Menachem ihn Saruk (im 10. Jahrhundert) bis auf die jüngsten (vornehmlich das „Ozar ha-schoraschim" des« Juda Loeb ben Seeb, Wien 1806/07 und seitdem öfter aufgelegt) nach dieser Methode geordnet sind; ebenso die Bibel- Konkordanz. Allerdings wurden die Lernenden bei den Juden schon sehr früh daran gewöhnt, in jedem biblischen Wort die Stammbuchstaben zu erkennen, wodurch sie mit dem Geist der hebräischen Sprache aufs innigste vertraut wurden. Hingegen ist das Talmudische Lexikon „Aruch" des Nathan Romi (im 11. Jahrhundert) nach der bei modernen Wörterbüchern üblichen Methode geordnet (d. h. die Nomina erscheinen nach dem ersten zufälligen Buchstaben aneinandergereiht), was grade uns, die wir an die wissenschaftliche Anordnung gewöhnt sind, beim Nachschlagen Schwierigkeiten bereitet. Pinsker hat sogar, da er diebesseren Vorkenntnisse des Hebräischen bei jüdischen Lernenden voraussetzt, die Forderung aufgestellt, man solle stammverwandte Verba, selbst wenn sie in "der Bildung untereinander einige Unterschiede aufzuweisen haben, aneinanderreihen, um dadurch eben diese Verwandtschaft" hervorzuheben und " eine gründliche Kenntnis des. Hebräischen "herbeiführen; . Indessen sind dies, wie gesagt,, Fragen der äußeren Einrichtung. Viel wichtiger erscheint mir die

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