Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1918)
- Article
- Wiener Juden
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 87 - 88 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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S7 „Wiener Juden". 88 FRIEDRICH ADLER Hamburg Anrichte aus einem Speisezimmer Handeln des Mannes und dem der Frau zumeist darin gefunden, daßi diese den Unterschied zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen viel schwieriger als der Mann erfaßt. In der Regel denkt sie an die letzteren, ist sogar ungehalten, wenn die erstereu an sie herantreten. Das aber war bei den Frauen des Ghettos nicht der Fall. Sie wußten genau, wo es Kopf und Kragen galt." Dagegen waren jene Frauen des Ghettos, die durch den Beruf ihres Mannes von seiner Tätigkeit ausgeschlossen waren, geistig viel unbedeutender als die anderen. Diese anderen aber stellt unser Verfasser :f::.| .->' J jjfr'l arbeitenden Frau gehört seine ganze Sympathie. „Kräftig und vernünftig steht sie vom Morgen bis zum Abend ihrem Manne zur Seite, in der Arbeit ist sie zäher und geduldiger als er, sie ist ihm aber keine bloße Gehilfin, sondern nach jeder Richtung hin eine Stütze und Unterstützung. Dieses Weib ohne Schulbildung, ohne das, was man heute als „Erziehung" erstrebt und teuer bezahlt, ist stark genug, um nicht nur mitzuarbeiten, sondern auch weitklug genug, um mitzuraten." Eine Frau, die in einem solchen Maße am Erwerbsleben mitarbeitet, steht fortwährend Zustän- ^Ht'S2> sehr hoch. Der FRIEDRICH ADLER Habdalah*Gerät Hamburg den und Menschen;