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Ost und West · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1918) · p. Seite 25 - 26

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
Article
Die Emanzipation der Juden in Ungarn
Date
1918-01-01
Page
Seite 25 - 26 (sequence 3)
Language
German
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25 Die Emanzipation der Juden in Ungarn. 26 ARTHUR SEGAL: Straße bei Nacht ohne Unterschied lehrt, daß kein Bewohner des Staates ohne Schuld verletzt werden kann, gehör» er auch welcher Konfession, welchem Range und Stande an, und daß es keinen Menschen unter den Bewohnern, welchen Staates immer gibt, der sein würdiges Recht auf den Lebens- und Körpcrunterhalt, sein Recht, sich einen Namen und ein Vermögen zu schaffen, nicht aneignen könnte. De» christliche (staube, dessen Anhänger sich nie scheuten, in den früheren Jahrhunderten d:e zur römischen Kirche Gehörigen mit Feuer und Schwert zu verfolgen, flößt jetzt in jeden den sanften Geist der christlichen Milde ein, und fällt es privat oder f».rfentlieh verlauten, dal; jeder .Mensch ein Bruder ist, dalier man niemandem unbestraft ein Unrecht tun darf, niemanden unterdrücken, ihn seines Venn«"»^cii-i und was noch bedeutend wertvoller ist: *-e:»ies ilaubens berauben darf. KtVnnen wir daher In diesem so aufgeklärten Jahrhunderte nicht der zieheren Hoffnung Raum geben, infolge der Gnade unseres besten Königs unJ infolge der Großherzigkeit der Reichsstände der edlen ungarischen Nation dasjenige zu erlangen, wa«i wir in jenen trüben Jahrhunderten kaum zu hoffen w agten? . . . Wir gehören nicht zu denen, die Ausnahme vom Gesetze, die Rri- \ilcgien, außerordentliche Begünstigungen verlangen. Wir hegen bloß den Wunsch, da» die Rechte, die jedem Menschen im allgemeinen gebühren, die Rechte, die, in welchem gebildeten Staate immer, auch nicht einem Bürger verweigert, und ohne eine Ungerechtigkeit zu begehen nicht verleugnet werden können, daß diese Rechte auch uns in ihrer Vollkommenheit verliehen werden mögen. Schließlich bitten wir noch, daß man menschlich mit uns verfahren, daß man uns als Brüder, als die Nachkommen ein und desselben Vaters, Adams, betrachte, als Bekenner ein und desselben allerhöchsten Uesens, das auch die Christen ehren und anbeten, endlich sei es auch uns gestattet, als Bürger dazustehen, als nützliche Bürger dem Vaterlande dienlich zu sein." Das Resultat dieses Appells war. daE der Reichstag 1700 l dem Antrage des Waitzner Bischof* Baron Franz Spleny gemäß, den XXXVIII. Gesetze<- artikel verfaßte, in welchem ausgesprochen wurde, daß eine Landeskommission behufs Prüfung ihrer Angelegenheit entsendet werde. laut deren B.rrcht der Reichstag hinsichtlich der Zukunft der Juden Beschluß fassen wird, bis dahin jedoch verbleiben sie in dem Zustande, in welchem sie >*c!i im I. Juni 17Q0 zu Lebzeilen Josefs II. befanden. Die Rechte der Juden Heß das Gesetz unversehrt, mit deren Ausdehnung hingegen befaßten sich weder der folgende, noch die späteren Reichstage. Erst am 6. November 1S07 erhoben die Juden wieder ihre Stimme, um die Bürgerrechte zu verlangen. Am 4. Februar 1S26 wiesen <ie hingegen darauf hin. daß ihnen im XV. und XVI. Jahrhundert AKTIII K SEGAL: Oricntalia

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