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Ost und West · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1918) · p. Seite 23 - 24

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
Article
Die Emanzipation der Juden in Ungarn
Date
1918-01-01
Page
Seite 23 - 24 (sequence 2)
Language
German
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23 Die Emanzipation der Juden in Ungarn. 24 ^^m^^<i^ d^^%jt^'i^& «*W-«> <JS I ' tr-~ - - .- Vj\^V x&tM'mgr- BH5 Die im Interesse der Juden geschaffenen Institutionen Josefs II. waren so ausgedehnt, daß sie den Eindruck machten, als härte er ihnen, wenn auch nicht der Form nach, die Emanzipation verliehen. Dies bewog einen ungarischen politischen Schriftsteller am Ende des XYII1. Jahrhunderts, sich in seinem Werke folgendermaßen zu äußern: gentem israeliticam jure civitatis donaviL (den israelitischen Stamm hat er mit dem Bürgerrecht beschenkt.) Seine Behauptung beruht zwar auf einem Irrtum, denn der Hutkönig - so wurde Josef II. genannt, weil er nicht gekrönt wurde - bahnte bloß den Weg zur bürgerlichen Gleichstellung der Juden; dali aber die obige Folgerung nicht ganz grundlos war, beweist das jj^-^y^li}V*^ Vorgehen derSndt Eperjes, ^^^J^'f^tr die am 7. Oktober 17S9 Simon Hirsch Jubilier mit dem Bürgerrechte bekleidete und nach Verlauf von drei Monaten seinen Sohn Isak unter den Bürgern auf- 5*7^*?*-, nahm. Dieses kleine Stadl- ^-^^f.feÄ eben in Ungarn war daher das erste, welches unter der Regierung («».-eis IL r.'irgerrechte an die Juden \erlieh, zu einer /eil,?1s diese ihnen in Europa, selbst in Frankreich noch nicht eingeräumt wurden Wer die Bestrebungen J'j>efs 11. aus der Perspektive des XX Jahrhunderte betrachtet, w ird efürkleinlich halten,dafi e: dieRefreiun^ der Juden mit der Aenderung ihrer Sprache und mit dem Abschneiden ihres Bartes \cr*nüpt'.c. Wer '«her weiß, daß dieser Habsburger, der von einem einheitlichen zcntralistischen Reiche mit einheitlicher Sprache und mit einheitlicher Bildung trimmte, auch mit dm historischen EigenlümÜch- Ui'cn der Nationen, Rassen und Konfessionen der Monarchie gegenüber nicht schonend umg.n;f wird Mch darüber nicht aufhalten. Was er <ch /ur Antrabe gemacht, war edel. Deshalb und weil er unerschrocken seinem Ziele nachging, gebührt ihm volle Anerkennung. Die Achtung vor ihm gewinnt besonders, wenn wir sein Verhalten den Juden gegenüber mit dem seiner Mutter Maria Theresia vergleichen. Diese verfolg.e sie unausgesetzt. Ihr Sohn hingegen reichte ihnen wohlwollend seine Hand, um sie menschlich zu behandeln und den Bürgern näher zu bringen. Welch riesige Veränderung bedeutet nach Maria Theresia, die die Toleranzsteuer ins Leben rief, die Juden aus Ofen und anderen Städten vertrieb, und ihnen bei ihrer Niederlassung Hindernisse entgegenstellte, das Bemühen Josefs II., daß die Erwerbsquellen der Juden ausgedehnt, daß das Ghetto wie auch das Tragen des gelben Fleckes abgeschafft werde, daß ihre Neigung zur Bildung und zur Kultur durch Gründung von Schulen und Besuch höherer Anstalten befriedigt weide, und — was hinsichtlich seiner Unbefangenheit seine größte Schöpfung bedeutet — daß der Militärdienst auch auf die Juden ausgedehnt werde, wodurch er der seit der Zeit der römischen Kaiser im Altertum eingew urzelten Gepflogenheit ein Ende machte. rn^rn' ^t%.«9&3 -. .»--*v - •' TL» n^^ri\ - h-. * S - •-y,„7*r -t» £Vt . * -V. •;.jar-y- •tv^-:^'^'"'J >*vV; tp-' - sx -*v VvC M^m^^äm^. ^rff^l-, v^^ir-**! V^^tÜM *\:&<$z£Z ^£^M^ ARTHUR SFvJAL: Selbstbildnis Auf dem Fundamente, das Josef 11. niederlegte, blieb bis Ende 1S45 der Obernau nicht aufgeführt \V( in aber auch die Emanzipation der Juden nicht fortSxhritt, so fehlte dennnoch in dieser Zeit weder der Wille von selten der Juden, diese zu erlangen, n( »ch von seiten der Stände, >ie ihnen zu verleihen. Mit dem Tode des Kaisers brach an einigen Gebenden des lindes eine feindliche Stimmung gegen die Juden hervor, weil der Kaiser ihnen so viele Begünstigungen erwiesen hatte. Dieser Bewegung hätten di - Verfügungen Josefs II. gar bald zum Opfer fallen k'jnncn. Um jene sru hemmen und diese zu erhalten und zu entwickeln, erachtete das Judentum es als seine IMicht, an die Unterstützung des Reichstages zu appellieren. In dem Gesuche, welches in lateinischer Sprache verfaßt war, und in welchem die Wirkung der französischen Revolution erkennbar ist, heißt es unter anderem: „Nun begann die glückliche Sonne über ganz Europa zu scheinen, niemand ist daher so wüd und ungebildet, um d:e IMichten nicht zu kennen, welche der Mensch dem Menschen der Natur nach schuldet. Nun hat schon sozusagen überall die aufklärende Philosophie ihr herrliches Haupt erhoben, die mit klaren und verständnisvollen Worten jeden

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