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Ost und West · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1918) · p. Seite 5 - 6

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
Article
Sein oder Nichtsein?
Date
1918-01-01
Page
Seite 5 - 6 (sequence 3)
Language
German
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Sein oder Nichtsein? medaner sie betrieben, v^rlx »t«-ii. Darum konnte das Judentum niehl dun-h JVkehrung zum Glaubens Wechsel, sondern nur durch Anstoß zur Glnubensrciniiiiing eine Einwirkung auf die Bekenner der in den zivilisierten Staaten anerkannten Religionen ausüben. Der .Jude sah in den Dogmen der -Inistliehen und mohammedanischen Religion Verunreinigungen der großen Idee .'ines einzigen, die ganze Welt umfassenden höchsten Wesens. In dieser Idee konnten sieh alle religiös gesinnten Menschen zusammenfinden. ..Sein von allen heidnischen Dogmen freier Gottesglaube machte den -luden zum geborenen Mittler in der religiösen Welt ... Ein bestechender Gedanke, der aber nur in Ausnahmefällen Verwirklichung fand." Denn einerseits verlegte das Judentum durch seine rituelle Abschließung sieh selbst die Möglichkeit einer tieferen il'-einflußung der außer jüdischen Welt, andererseits ging die Abschleifung und Abwerfung religiöser Dogmen einen anderen Weg und machte außerdem bei radikalen Denkern auch vor der Gottesidee nicht halt. ..Insofern sind v<»r dem Zeitgeist die Juden als religiöse .Mittler überflüssig geworden/* hag.-gei, erwachse den Juden jetzt die Aulgabe, ..Mittler zwischen den Völkern" zu sein. ..das zu pflegen, was die Völker verbindet, und dem entgegenzuwirken, was sie tr»-nnt und Haß zwischen ihnen saet.~ Kino hohe und edle Aufgabe, welche lernst ein hier den Juden zuweist. Xur ist s ein Irrtum, wenn er meint, daß sie so •_ri undversehiedeii sei von der vorhergehenden, voii ihm als überlebt bezeichneten ...Mission der Juden", den reinen Gjttes- ••.lauben den Völkern der Welt zu übermitteln. Im Gegenteil, sie hfinjt mit ihr aufs innigste zusammen, ja. sie ist nicht * als deren moderne, zeitgemäße Ausgestaltung. Nur hat IWnsieiü niehl die passende Ti-ruiiimlogie gewählt. Ks handelt sieh hier in erster .Üeihe niehl darum, da Li die Juden zwischen den Nat ionen . v e r m i t t e I n. indem sie dasjenige j»flegen. was .-ie alle verbindet, und dasjenige bekämpfen, was ilali und Zwietracht zwischen ihnen s.i.-i : dieser Teil der Aufgabe koniiul er>i in zweiter leihe. Das Primäre und Haupt - -;i eh I i c h t e i s t . dal.« die Jud»-!: die hie« d er G e r c c h t i g k c i t i m V ö 1 k e r 1 e ben. der absoluten Gerechtigkeit als Grundlage fies Wrkehrs zwis«*hen Volk und Volk den Nationen ü In; rm i t t 1 n. nicht müde werden.sie der Weit zu verkünden. Und hierin sind die J uden nicht Mittler z w i s e h e n den Nationen, sondern Verkander einer ureigenen S; c h ö \> f u n g i hres Xationalgeistes. oder, wie es in theob>gi;cher Ausdrucksweise heißt, einer Offenbarung, die ihnen zuerst geworden i-t. Das Wort ..Mittler** erinnert unliebsam an ..Vermittler* und erweckt die Vorstellung. dai> da einer mit fremden Erzeugnissen von Volk zu Volk hausieren geht. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich um die Verkündung und .Verbreitung eim-s Grundgedankens der eigentümlichen jüdischen Lehre. L'nd diese Idee, dämlich die Idee der V ö 1 k e r g e r e c h t i g k e i t. steht im inuigs-e-n Zusammenhange mit der jüdischen <it»ttesidee. ..in der sich alle religiös gewinn" eu Menschen zusammenfinden köiim-n/* ' Man kann es luhur den Geschieh* -|.hib>sopIieii und ItejLri.•nspsyehcl'gei: überlassen, darüber zu streiten, ob die Erkenntnis Gottes uii Juden -aus der b.e-r.. Wflt^ereclitigk»-ii. aufgegangen, oder umgekehrt, die Idee der Gerechtigkeit aus der Gotte-idee geboren wurde. Tatsache i-t. dar« die Gerechtigkeit nur dann ein-.n Sinn hat. wenn si«- als Verwirkliclmit« und Erfüllung eines Weltwillens aufgefaßt wird. Daun ist es aber auch iriei.-h-üitig. dalJ ..radikale Denker auch vor der Gotte-idee nicht halt gemacht h:d>-!:.~ Diese radikalen Dinker mögen v..»u rei:.st'-m Wahrheitsdrane; b-seelt und von den leisten ethiseheii Motiven g» leitet .-ein: -jeher ist eins: wenn es ihn«*n gelänge. (vv;jj'-doeh naeh inens.-ldiehem Ermessen au>gr »ehlussen ist) die ..GoT t« side," ausdeui r»eu-:L-rsein der Kultume-nseidieit auszutilgen, und die IVbi-rzfUgung zu vernichten. d:i£ das menschliche und geschieht liehe Leben und YYeb«-u in einem lYberwclt liehen. Eivi-.'r-n \vninkert i-t. dann wäre ihre ganze Eihi'.v letzten Endes «dumi»-: alle «ältliche und Kulturarbeit de«; .Men-eh, ngeschiechts wür -i'-h in ein. in Streben nach ..plattem, u.ai riiiem YV. »hler^.eien". naeh ..bloÜVflii * t-!'ieru erb i r*» e.. ie:e;u Wohl-

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