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Ost und West · 1917-11-01 · Heft 11-12 (November-Dezember 1917) · p. Seite 553 - 554

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Journal
Ost und West
Volume
17 (1917)
Issue
Heft 11-12 (November-Dezember 1917)
Article
Vom jüdischen Rassentum in der Musik
Date
1917-11-01
Page
Seite 553 - 554 (sequence 2)
Language
German
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'553 Vom jüdischen Rassentum in der Musik. 554 des musikalischen Witzes und -der Satirc dahin, ohne je wieder die ikünstlerische Höhe zu erreichen, auf die sie ihr Schöpfer gestellt hatte. Nur die genialen Tanzweisen eines Johann Strauß gaben ihrem weiteren Bestand Form und Inhalt. Erst um die Jahrhundertwende mit E. von Wolzogens „Ueberbrettl" tauchten einige neue Namen jüdischer Tonsetzer auf, die dieser Gattung wieder etwas von Offenbachs Geist einzuimpfen vermochten, und kein anderer als E. von Wolzogen selbst, unzweifelhaft ein echter Germane, war es, der sagte, daß für die Befruchtung dieser Gattung von Musik •der Nicht-Rassendeutsche doch wohl die speziellen hervorstechenden Eigenschaften besitze. Und bis in die neuste Zeit scheinen das auch Namen wie Oskar Straus und Leo Fall auf dem Gebiet der Operette erwiesen zu haben. Wenden wir uns nun nach diesem „Ausflugins Heitere" der ernsteren Gattung der Oper zu, •so sind aus neuerer Zeit besonders zwei Namen hervorragender Bedeutung zu nennen, die als eine „Gruppe für sich" betrachtet zu werden verdienen: H. GLICENSTEIN KREIDEZEICHNUNG Portraitskizze l H. GLICENSTEIN KOHLEZEICHNUNG Jüdischer Glaser Anton Rubinstein und Carl Gold mark. Bei beiden tritt nämlich zu den bei Mendelssohn bereits genannten, auch ihnen eigenen Grundzügen jüdischer Musik noch ein neuer Faktor: Beide errangen ihre größten Erfolge mit Opern, deren Stoff der jüdischen, beziehungsweise biblischen Geschichte entnommen war. Rubinstein mit seinen „M aklkab äer n" und Goldmark mit der „Königin von Saba". Beide wurden 1875 zuerst aufgeführt. Zum ersten Male unternahmen es Tonkünstler jüdischer Rasse, ihr Schaffen einem bühnenmäßig darzustellenden jüdischonMilieu anzupassen. Beide faßten ihre Aufgabe von einem durchaus verschiedenen Standpunkt an; beiden aber ist sie so restlos gelungen, daß man kühnlich behaupten kann, in diesen Werken liegen die künstlerischen Richtlinien für moderne musikalische Darstellung althebräischer Wesenheit. Sehr interessant ist es, zu beobachten, daß Goldmark nach seiner „Königin von Saba" gänzlich ins Wagner'sche Lager, zuerst auch mit seinen Opern Stoffen (wie in „Merlin") abgeschwenkt ist und von seinen Erfolgen auf biblisch-orientalischem Gebiet nichts mehr wissen wollte; daß ihn aber auch seither die größeren Erfolge im Stich ließen, wie zum Ausdruck dessen, daß er mit seiner „orientalischen Note" sein Bestes aufgegeben hätte.

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