Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März-April 1917) · p. Seite 93 - 94

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
17 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März-April 1917)
Article
Zur Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1917-03-01
Page
Seite 93 - 94 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2583875-2584069-2584072-2605696--16515-2605729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

93 Zur Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin. 94 Hauptsaal der Kunstsammlung d< Lampen, Sabbatleuchter, Tischdecken, Gebet? Ständer, Thorawimpeln, Thoravorhänge, Thora* weiser.Schofar, Beschneidungswerkzeuge, Ringe usw. 6) Porträts denkwürdiger Persönlichkeiten des Judentums vom 16. bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts in Kupferstich, Schabekunst und Zeichnung. 7) Illustrierte Handschriften: Hebräische Gebet* bücher, Esterrollen, Peßachhaggadas, Ehekon* trakte, Doktordiplome, Schmuckblätter usw. 8) Bibel* und Talmudhandschriften im Original und Lichtdruck. 9) Illustrierte Drucke: 42 zeilige Gutenbergbibel 1450 im mehrfarbigem Lichtdruck, Margaritha: Der ganze jüdische Glaube 1530, Peßachhag* gadas 1630 ff., Leon Templo: Abbildung des Tempels Salomons 1642 usw. 10) Seltene Bücher: Hebräische Inkunabeln 1480 bis- 1490, Deutsche Bibel 1483, Hebräische Bibel 1517, Schriften Reuchlins über die hebrä* ische Sprache 1506 —1518, Schriften zum Reuchlin * Pfefferkornstreit 1508—1521. Die ausgestellten Bestände sind in einem stim* mungsvollen Vorräume und in einem Hauptsaale untergebracht, und zwar teils an den Wänden, teils Phot. M. Mindowskv, Berlin :r jüdischen Gemeinde zu Berlin in Vitrinen und Schaukästen. An der kostbaren Münzensammlung wird niemand ohn^ Belehrung vorübergehen. Sie ist ein vorzügliches Anschau? ungsmaterial für das Studium der jüdischen Geschichte und bildet in wissenschaftlicher Hinsicht eine gute Ergänzung zu ähnlichen öffentlichen Sammlungen. Noch wertvoller ist die große Me? daillensammlung, die uns vom Anfange des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart führt und in ihrer Gesamtheit einen Besitz darstellt, wie er sich sonst in keinem Museum so vollständig findet. Sie bildet schon allein unbestreitbar eine Sehenswürdig? keit. Unter den Kultusgeräten verdienen die Leih? gaben der Heidereutergassensynagoge besonders hervorgehoben zu werden: ein großer Channucka? leuchter aus dem Jahr 1713 und ein Thoravorhang aus dem Jahre 1764, dazu eine Seidenteppich aus dem Jahre 1590, den König Friedrich Wilhelm I. zur Ein? weihung der Synagoge 1714 schenkte und der seitdem gleichfalls als Thoravorhang verwendet wird. Das letzte Stück, das erst jetzt richtig erkannt wurde, stellt ein durch Alter und Schönheit hervorragendes Kunstwerk dar, das durch seine vorzüglich erhaltene bunte Farbenpracht Auge und Herz des Beschauers erfreut.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.