Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 17 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1917)
- Article
- Zur Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 91 - 92 (sequence 2)
- Language
- German
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Ol Zur Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin. 02 verdanken. Die Geschichte der jüdischen Künstler ist von ihm zuerst bearbeitet worden, die jüdischen Siegel Und Schaumünzen wurden von ihm im Zu* sammenhange beschrieben. Die bedeutsamste Tat seines Lebens aber war der Entschluß, seine reiche Sammlung ungeteilt für die Zukunft zu sichern und für-die Allgemeinheit zu erhalten. Er schenkte sie der Berliner jüdischen Gemeinde, weil er dessen sicher Ayar, daß sich hier die Mittel finden würden, die Sammlung organisch und großzügig auszuge* stalten, und weil nur die Reichshauptstadt ihm als die gegebene Stätte erschien, wo aus einem Museum jüdischer Kunst reicher Segen für Judentum und Menschheit ersprießen würde. Was Albert Wolf als Ziel vorschwebte, beginnt sich zu verwirklichen. Die Berliner jüdische Ge* meinde hat das herrliche Erbe übernommen, geordnet, durch Leihgaben, Geschenke und Ankäufe weiter ausgebaut und am 18. Februar d. J. der Oeffentlich? keit übergeben. Die „Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin (Wolfsche Stiftung)" ist im ersten Verwaltungsgebäude (Oranienburger Str. 29) untergebracht und Sonntags und Mittwochs 10—1 Uhr für jedermann unentgeltlich geöffnet. Mit Rücksicht auf die beschränkten Räume ist vorläufig nur ein Teil der Sammlung ausgestellt, doch soll durch jährlich wechselnde Ausstellungen nach und nach der ganze Bestand dem Besucher vorgeführt werden. Für den Fall, daß die Sammlung stärkeres Interesse findet — und daran ist nicht zu zweifeln — hat der Gemeindevostand größere Lokalitäten in Aussicht genommen. Schon jetzt hat der Besuch der Sammlung durch Private, Schulen und Vereine rege eingesetzt. Die Anteilnahme des Publikums hat sich auch dadurch bekundet, daß seit der Er* Öffnung der Kunstsammlung eine Anzahl weiterer Altertümer und Kunstgegenstände geschenkt worden sind. Die jetzige Ausstellung**) umfaßt: 1) Palästinensische Altertümer. 2) Münzen des Altertums. 3) Medaillen seit dem 16. Jahrhundert. 4) Siegel und Petschafte. 5) Kultusgeräte und kunstgewerbliche Gegen? stände: Kiddusch* und Hawdolobecher, Ge* würzbüchsen, Seder?, Purimteller, Channucka? **) Siehe meinen Bericht über die erste- Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin> Berlin 1917. IJhot. M. Mandowsky, Berlin Hauptsaal der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin