Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 17 (1917)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar-Februar 1917)
- Article
- Gibt es Unterschiede der Begabung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Schülern?
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 21 - 22 (sequence 2)
- Language
- German
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21 Gibt es Unterschiede der Begabung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Schülern? 22 i\' ^ryr/r///r//r und der im Unterricht gezeigten Aufmerksamkeit, und hier konnte gerade die in Betracht gezogene Schule kaum als allgemein zutreffender Maßstab angenommen werden. Erfahrungsgemäß senden nämlich jüdische Eltern mit Vorliebe solche Mädchen in pri; vate Lehranstalten, für die aus körperlichen oder psychischen Gründen eine besondere Schonung erforderlich ist; auch ist die von dem Verfasser selbst gemachte Beobachtung im allgemeinen zutreffend, daß viele jüdische Eltern den Schulleistungen der Söhne ein sehr großes, denen der Töchter ein sehr geringes Interesse entgegenbringen, aus der nun einmal nicht auszurottenden Meinung, daß eine allgemeine Bildung für den hauswirtschaftlichen Beruf, in dem die Töchter später zu wirken haben, weniger notwendig sei wie die hauswirtschaftliche Vorbildung oder die Erwerbung gesellschaftlicher Fähigkeiten, namentlich in der Musik und im Gesang. Sodann herrscht gerade in jüdischen Elteirnkreis'en das Bestreben, die Kinder, namentlich die Töchter, ohne Rücksicht auf die Begabung von vornherein höheren Lehranstalten zu überweisen, um Körper und Geist vor den angeblich verderblichen Einflüssen der Kinder der untersten Bevölkerungsschicht zu bewahren; da nun in den öffentlichen Anstalten nur diejenigen Kinder Aufnahme finden, die für eine weiterführende Bildung geeignet sind, werden all' die minderbegabten Kinder den privaten Schulen überwiesen, die schon aus äußeren Gründen eine solche Auslese nicht treffen können. Aus diesen Ursachen ist auch das starke Zahlenverhältnis in der erwähnten Schule zu erklären, das die sonstige Prozentnorm um nicht weniger als 27o/o übersteigt. Irgendwelche Bedeutung kann deshalb einer Untersuchung in der erwähnten Anstalt nicht zugemessen werden, und bei aller Würdigung der namentlich bei der Aufstellung der Tabellen bekundeten Sorgfalt sind die Schlüsse, die Dr. R u p p i n zu ziehen unternimmt, ohne Wert. Mit Ausnahme vom Gesang stehen nach ihm1 die jüdischen Schülerinnen in allen anderen Unterrichtsfächern mehr oder weniger hinter den christlichen zurück. In den sprachlichen Fächern stellen sie das Mittelgut dar, wogegen gute und ganz /fc/////r/t ■ y// r/er/f s/SJr/ y./ /,.„ r,H,> „/., ,/,> Y///fA' r f/rs- /S - Sr//////r> . ,/t>?,r„.,/r . J/-/WS/f/.Sj> . /■Z„„,/. //> ,/,, w > //r/t' / - A ////(/.; / /r/r //f/// //Zj ■■ /r'///r^y/.Lr/r/'y. /Z» Kupferstich der Brüder Henschel, Berlin schlechte Leistungen unter ihnen seltener sind; bei den sog. Gesinnungsfächern weisen sie nur in Religion fast genau dieselben Leistungen wie die christlichen Schülerinnen auf, bleiben, aber in Geschichte und Erdkunde hinter diesen zurück; auch in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern wie in den sog. Fertigkeiten (Zeichnen, Nadelarbeiten und Turnen) sind die christlichen Schülerinnen den jüdischen überlegen. Daß die obenerwähnten Ursachen bei diesem ungünstigen