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Ost und West · 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 35 - 36

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Journal
Ost und West
Volume
15 (1915)
Issue
Heft 1-5 (Januar-Mai 1915)
Article
Palästina während des Krieges
Date
1915-01-01
Page
Seite 35 - 36 (sequence 3)
Language
German
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35 Viktor Weißmann : Palästina während des Krieges. 36 gierung erließ am nächsten Tage einen Gegenbefehl, der weitere Ausweisungen verhinderte. Interventionen von mehreren Seiten führten zu dem Eesultat, daß die türkische Regierung vorläufig die Bestimmung suspendierte, wonach die Juden feindlicher Untertanensch'aft ausgewiesen wurden; so war die Möglichkeit weiterer Ottomanisierungen gegeben. In dieser schlimmsten Zeit der Beunruhigung hatten aber über 7000 ausländischer Juden Palästina verlassen und sich größtenteils nach Ale x a n - drien begeben. Einen großen Teil dieser Auswanderer stellten die Chaluk'kahkreise; einen Teil bildeten Arbeiter; die K o 1 o - nisten waren so gut wie überhaupt nicht darunter — aus P e t a c h T i k w a Ii z. B. sechs Familien. Trotz der durch ihre Maßnahmen bekundeten wohlwollenden Haltung der türkischen Regierung der jüdischen Bevölkerung gegenüber kam diese nicht zur Ruhe, da Behaeddin Bey sein antijüdisches Programm um jeden Preis zu verwirklichen suchte. Die Anglo Palestine Company in Jaffa wurde geschlossen. Die hebräische Mädchenschule in Jaffa wurde gesperrt. Mit rücksichtsloser Strenge führte die Jaffaer Lokalbehörde die Entwaffnung der Peldwächter in den jüdischen Kolonien in Judäa durch, während die benachbarten Fellachendörfer Waffen besitzen durften. In der Ackerbauschule M i k' w e h -1 s r a e 1 wurde 48 Stunden lang*, selbstverständlich ergebnislös, nach Waffen gesucht, Haussuchungen und Verhaftungen waren an der Tagesordnung. Da verließ Behaeddin Bey seinen Posten als Kaimakam in Jaffa und stellte sich dem Oberstkommandierenden der syrischen Armee, D j c m a 1 Pascha, als Kriegsfreiwilliger zur Verfügung. Von seiner Stellung in dessen Hauptquartier aus versuchte nun Behaeddin B. e y sein gegen die jüdische Bevölkerung und besonders gegen den Zionismus gerichtetes Programm zu verwirklichen. Er inspirierte die Orders, die vom Hauptquartier gegen die Juden erlassen wurden. Der Besitz von Nationalfondsmarken wurde mit Todesstrafe bedroht. Am 15. Januar wurde die Piliale der Anglo Palestine Company in Jerusalem geschlossen und hierauf wurde die Schließung aller ihrer Filialen angeordnet, weil sie durch die Ausgabe der registrierten Schecks das Notenprivileg der Ottomanbank verletzt habe; in dieser Ausgabe liege die Einführung eines Papiergeldes. Die zwangsweise Liquidation wurde ihr als Strafe angedroht. Allerdings reagierte die Bevölkerung auf diese Verordnung, indem sie von zirka einer halben Million Franken registrierter Schecks, die im Umlauf bei Juden, Christen und Mohammedanern waren, zusammen nur für 6000 Pranken Schecks bei der Behörde deponierte. Gleichzeitig setzte eine peinliche Untersuchung über alle jüdischen Gesellschaften und Vereine ein und Verhaf-„ tungen wurden vorgenommen. Kein' Verein, keine Institution blieb verschont. Die Kolelim, die S ch u 1 e n d e s Ii i 1 f s v e r e in s der deu tschen Juden, die hebräischen Schulen, die Bnei B ri th'-L o g e , der Bezalel, das B e t Am, die National hibliothek und ihr derzeitiger Präsident, Herr E p h r a i m Colin, fielen diesen peinlichen Untersuchungen anheim. Daß Behaeddin Bey der Inspirator dieser ganzen Aktion war, zeigte er selbst durch die von ihm unterzeichnete Erklärung im Hacheruth vom 25. Januar. In dieser kritischen Situation, in der sich die jüdische Bevölkerung Pa-< Das Grab Raheis.

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