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Ost und West · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. Seite 881 - 882

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Juden als Erfinder und Entdecker
Date
1913-11-01
Page
Seite 881 - 882 (sequence 4)
Language
German
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881 Dr. Max Granwald: Juden als Erfinder und Entdecker, 882 deutender Erfindungen hervorgingen.17) Marcus zählte zu den hervorragendsten Mechanikern Oesterreichs. Kronprinz Rudolf wurde auf ihn aufmerksam und beschenkte ihn gelegentlich. Durch einen Patentanwalt erwarb Marcus in den Jahren 1876 bis 96: 27, durch einen anderen zwischen 1892 und 98, also in 6 Jahren: 76 Patente in den verschiedensten Ländern. An den deutschen Erfolgen 1870/71 'hatte Marcus insofern Anteil, als seine elektrischen Zündapparate, die sogenannten „Wiener Zünder", bei der Belagerung der meisten französischen Festungen in Anwendung kamen. Auch leistete sein Feldtelegraph treffliche Dienste wofür ihn der Generalstabschef von Blumenthal durch ein Anerkennungsschreiben auszeichnete. Seine Verbesserungen in der Torpedotechnik sind in der österreichischen Kriegsmarine eingeführt, seine Seeminen sollten 1866 zum Küstenschutz dienen. Marcus war der erste, der Gas anders als aus Kohlen erzeugte, er nannte es Astralgas. (Wie icli liier einschalten will, ist das Verfahren, Heiz- und Leuchtgas auf kaltem Wege aus Benzin zu erzeugen, Erfindung des kaiserlichen Rates L u d w i g F u c h s in Prag, der mich darauf hinwies, 17) Privilegien Siegfried M a r k u s: 1. Eigentümlicher elektv. Glühlichtapparat, II—920, vom 20. 2. 1879; erloschen durch Zeitablauf 20. 2. 84. 29/271. 2. Elektromagnetischer Kohlenregulator (Simplex-Lampe), II—997 vom 8. 8. 1779; erloschen durch Zeitablauf 8. S. 80. 29/1059. 3. Automatischer Bilderapparat vom 30. 10. 1S76. 4. Eigentümliche elektrische Lampe, II—733 vom 27. 8. 77 erloschen durch Zeitablauf 27. 8. 82. 27/709. 5. Verbesserungen an galvanischen Elementen, 30/1553 vom 18. 8. 80. <3. Verbesserungen an Explosionsmotoren, 33/1442, vom 24. 7. S3. 7. Direkt rotierende Maschine, 33/1442, vom 24. 7. 83. 8. Neuerungen an Explosionsmotoren, 33/2170. vom 11.11.83. 9. Verbesserungen zu S, 27/1168, vom 14. 6. 87. 10. Gasu. Petroleum-Motor, 36/G7S, vom 12. 3. SS, mit vertikaler Anordnung des Zylinders. 11. Neuerungen an Wagenfedern, 41/131-4, vom 5. 5. 91. 12. Gas entwickelnde Lamps, 41/3388, vom 14. 12. 91. 13. Neuerungen an Elementen, 41/2591. vom 25. 9. 91. 14. Elektr. Läutewerk, 42/2005, vom 20. S. 92. 15. Neuerungen an Luft- und Gaskarburier-Apparaten, 42/2519, vom 3. 10. 92. 16. Neuartiger Rost, 42/4003. vom 22. 11. 92. 17. Rotationsmaschine, 43/4112, vom 12. 10. 93. 19. Neuerungen an Thermo-Elementen, 43/4607, vom 5. 12. 93. 20. Neuartiges galvanisches Element, 43/4S01, v. 26. 12. 93. 21. Neuerungen an Bunsenbrennern, 44/1894, 25. 5. 94. 22. Neuerungen an elektr. Anzünde-Vorrichtungen für Gasflamme (Auerflamme), 44/2372, v. 26. 3. 94. 23. Neuerungen an Bunsenbrennern, 44/3894, v. 6. 8. 94. 24. Glühlichtlampe für flüssige Kohlenwasserstoffe, 45/1844, 5. 5. 95. 25. Neuerungen an Lampen für flüssige Kohlenwasserstoffe. 45/2500, v. 8. 7. 95. 26. Neuerungen an Oelbrennern, 46/1769, v. 2. 5. 96. 27. Neueningen an Vergasungslampen, 46/1969, v. 16. 5. 96. 28. Siegfr. M., Louis Patz u. Rudolf Grebner, Wien, Neuerungen an Elementen, erteilt am 25. 9. 1891, 41/2591. 29. Leucht- und Luftgasbrenner, 14. 10. 87, 37/2032. 30. Neue direkt rotierende Maschine, verwendbar sowohl als Pumpe, Avie als Motor für tropfbare und gasförmige Flüssigkeiten, 1. 11. 83, 33/2107. 31. Verbesserungen an galvanischen Elementen, welche in der Wesenheit in deren Unzerbrechlichkeit und langer Funktionsdauer besteht, 18. 8. 80, 30/1553—1555. dass das Prinzip, mit dem die bekannte Automobilfirma Benz arbeitet, zuerst von ihm angewandt worden ist). Die bedeutendste Leistung des genialen Marcus ist aber der Bau des ersten Kraftwagens, an den er anfangs der 60 er Jahre des vorigen Jahrhunderts ging, nachdem 1S54 das elektrische Automobil von Da viel solin erfunden worden war. Marcus nahm von einem gewöhnlichen Handwagen die Hinterräder ab und setzte an ihre Stelle die beiden Schwungräder eines Benzinmotors, den er damals bereits (!) auch für ein Luftschiff verwenden wollte. Zu den Probefahrten lud Marcus aus einem benachbarten Cafe Gäste ein. Diese Fahrten wurden aber wegen des Geräusches, das sie verursachten, polizeilich verboten. Obwohl die Priorität der Erfindung des Automobils zugunsten unseres Marcus festgestellt worden war, fand er keine Ehrung, bis im vorigen Jahre aus Beiträgen der deutschen und österreichischen Automobilvereine eine Gedenktafel gestiftet wurde, die am 18. September an seinem Geburtshaus in Malchin angebracht werden sollte. Doch wurde die Enthüllungsfeier plötzlich verschoben. Ich richtete an das Malchiner Bürgermeisteramt eine Anfrage nach der Ursache dieses Aufschubes und erhielt den Bescheid, dass dort „Näheres über das Wirken des Siegfr. Marcus und dessen angebliche Erfindung nicht bekannt sei und der jetzige Besitzer seines Geburtshauses die Erlaubnis zur Anbringung der Gedenktafel bisher nicht erteilt habe und wohl auch nicht erteilen" werde. Das Letzte, was ich in dieser leidigen Angelegenheit erfahren konnte, war, dass sich das mecklenburgische Ministerium die Bedenken, die der Ehrung des Marcus im Wege standen, zu zerstreuen mit Erfolg bemüht hat und Marcus' Geburtshaus nun die Tafel trägt. An diese jüdischen Finder und Erfinder auf wissenschaftlichem und technischem Gebiete reihen wir noch in aller Kürze einige Daten über geographische Entdeckungen, die Juden gelungen sind. Ueber B e n j a min von T udela, P e t a c h j a von Regensburg, sowie über den Anteil der Juden an der Entdeckung Amerikas ist wiederholt geschrieben worden. Auch die Reisen D a v i d Reubenis und des Arztes T o b i a s R o h e n sind genügend bekannt. Sie schlagen die Brücke zu den zahlreichen jüdischen Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts. Eines der Ziele dieser Reisen war das südliche Arabien. J o s e p h II a 1 e v y , E d u a r d Glaser, Siegfried Langer, D. H. Müller und Wilhelm B o r c h a r d t haben auf diesem Blatt der Geschichte der Wissenschaft ihre Namen verewigt. Ihrem Forschungsgebiet nicht fern liegt das der Afrikareisenden Louis Gustave Binger, N atlia n D avis und Eniin Pascha.18) Die österreichische Novara-Expedition in den Jahren 1857 bis 1859, die, nach dem Bericht von Scherzer, in den verschiedensten exotischen Gegenden von Juden ge- 18) Das bekannte Afrikabuch des Herzogs Albrecht von Mecklenburg erwähnt eine Reihe in Afrika tätiger jüdischer Händler und politischer Agenten. Unter den Förderern seiner ersten Expedition findet man eine grosse Zahl jüdischer Mäzene.

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