Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Juden als Erfinder und Entdecker
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 883 - 884 (sequence 5)
- Language
- German
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883 Dr. Max Grumvakl: Juden als Erfinder und Entdecker. 884 fördert wurde, zählte einen jüdischen Schiffsarzt, Dr. E d u a r d S c h \v a r z , dem die medizinische Ausbeute der Expedition zu verdanken ist, zu ihren Teilnehmern. Auch in die Region des ewigen Eises führen uns die Spuren jüdischer Forschungsreisender schon seit dem 16. Jahrhundert. An den fünf amerikanischen NordpoJexpeditionen des 19. Jahrhunderts beteiligten sich Juden, die P a y e r sehe begleitete als Arzt und Zoologe I )r. Repes, und nach dem Zeugnis P e a r y s selbst hat an der Entdeckung cVs Nordpols einen hervorragenden Anteil A n g e 1 o H e i 1 p r i n. Wie nach dem Süden und nach dem Norden wandte sich jüdischer Entdeckerdrang auch nach dem Osten. An die Namen P o J j a k o w , O p p e n h e i m , M e r z - b a c h e r , V a m b e r y reiht sich neuerdings der eines A u r e J S t e i n . des kühnen Erforschers Zentralasiens. In diesem Zusammenhange zu erwähnen wären noch Pedro Teixeira, Otto Merz. G. Steindorf, L. J. iSternhei'g. Riemann, Elia Modigliani, E. ,). Oppert, Chorny, Jochelson, Louis Arthur Lucas, Nathaniel Isaars, C. S. Pollack, Josef Wolf, D. S. Carasso und andere. Als Entdecker der PefroJeunupiellen Gali/.iens ist A I) r a h. a in S c h r e i n e r zu nennen. S a J y Hann heim fand die Kupferminen in San Pedro, E. VV. (.] o h e n die Minen in Kimberley; E d u a r d \V a 1J e r s t e i n führte die Kaffeebohne in Costa Rica, Fla tau den Mopfenbau in die Provinz Posen ein. Auch um die Kultur des Tabaks und des Zuckerrohrs haben sich Juden Verdienste erworben, — Daten, die noch, zu mehren, den Rahmen einer Skizze ü berschreilen w ü rden. # * * Vor etwa vier Jahrzehnten hat der Brcslauer Professor Jacob Freudenthal in einem Wiener jüdischen Jahrbuch folgenden Satz veröffentlicht: „Wir sind gewohnt, alles Grosse, das unser Volk in der Weltgeschichte geleistet hat, daran zu knüpfen, dass es der Welt richtige Begriffe von Gott gegeben habe. 'Hierauf gestützt, können wir ruhig den Vorwurf hinnehmen, dass unser Volk keine grossen Entdeckungen und Erfindungen gemacht habe, und dass es in Kunst, Staatslehen. Philosophie und den meisten Gebieten der Literatur hinter den grossen Kulturvölkern weit zurückgeblieben sei; denn was will es heissen, der Menschheit diese Zierden des Lebens schenken, gegen das unermessliehe Verdienst, der gottlosen Welt einen Halt- und Ruhepunkt, einen Gott gegeben zu haben!" Dieser Ausspruch datiert aus dem Jahre 1865- Und vor fünf Jahren war ich selbst in einer Gesellschaft gebildeter Männer, darunter Gelehrte von Ruf und Rang, Zeuge folgender Szene: Ein hervorragender Professor, der unserem Stamme angehört, äusserte gelegentlich einer Tischrede, das jüdische Volk habe eigentlich für den Fortschritt der Kultur nichts Wesentliches geleistet. Ein Kollege des Redners erhob sich sogleich zu einer Erwiderung und betonte u. a.: ,,Wenn wir Juden auch nicht das Automobil und die Dynamomaschine erfunden haben, so haben wir doch der Welt eine Ethik gegeben, die sich mit jeder anderen zum mindesten messen darf/' Die obigen Zeilen stellen nun einen Versuch dar, zu zeigen, dass wir nicht nur in der Tat auch das Automobil, seine Entstellung und Ausbildung, sowie das Prinzip und die Anwendung der Dynamomaschine Söhnen des jüdischen Stammes verdanken, sondern dass wir Juden —, an Zahl nach dem bekannten Bibelwort der winzigste Volksstamm in der Völkerfamilie, auf die kurze Zeit, in der es uns, frei von dem Zwang barbarischer Gesetze, mitzuarbeiten vergönnt ist, mit Genugtuung zurückblicken dürfen, dass wir zu allen jenen grossen Kulturgütern der Menschheit, die unser modernes Leben, von Grund aus zu nie geahnten Formen umgestaltet haben, unser redlich Teil beigetragen und nach Kraft den Forlschritt auf allen Gebieten gefördert haben. Angesichts der vielgestaltigen, von jüdischen Erfindern und Entdeckern gelieferten Beiträge zum stolzragenden Bau unserer Kultur darf wohl, bei alle:* bescheidenen Zurückhaltung das Judentum auch auf sich das Wort anwenden: Nihil humaiii a me alienum puto, „Nichts Menschliches ist mir fremd".1") Wer den Gegenstand weiter zu verfolgen geneigt ist, der sei auf die folgenden Namen in D a r m s t ü d t e r :; Lexikon der Erfindungen, desselben Hand Luch für die Geschichte der Naturwissenschaften I ei J) n i> <> i- H e y - moiiil, in Günthern Ge;ch;'ch!e <'or Natur.vis.cn- .-.chaften und anderen ähnlichen Nachschlagewerken verwiesen: AHu, Allen, Avon, Auerbach, Barr, Bnmberger, Harber, Berg, Herger. Blau, Bloch, Blumenthal, Boas, Böhm, Brandon, Brauer, Braun, Breguet, Brieger, Büchner, Burstyn, Cahn, Carlberg, Cinamon, Cohn, CYhen, Connslein, Cremona, Darmstüdter, Deri, Dessauer. Deutsch. Deutschmann, Dukles, Ehrenhaft, .Eichberg, Eichengrün. 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