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Ost und West · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. Seite 871 - 872

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Die Glanzzeit des osmanischen Reiches
Date
1913-11-01
Page
Seite 871 - 872 (sequence 2)
Language
German
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871 J)r. Simon liernfcld: J>ie (Jlanzzcit des osmanisclien Kciclics. 872 osmanisehen Reiches wach, die' gleichzeitig für die; Niedergang" dieser Länder den Anfang nahm, weil Judenlieit im Osten1 eine' Zeit'des'AxiTsehAviihges üncl' dadurch dem Ackerhau und dem Gewerbe unheilbare des Aufblühens Svar... Vor -vier Jahrhunderten nahmen Wunden-geschlagen wurden. Die ungeheuren Schätze, die jüdischen Ansiedlimgcn in dem türkischen Welt.- die. sich.gerade um diese Zeit über Spanien aus den reich, das über weite Länder in Asien, Afrika und amerikanischen Kolonien und über Portugal aus den Europa herrschte, einen grossen Umfang .an.. Sehr' amerikanischen und afrikanischen Besitzungen erviel zum wh-tschaftlichen und .kulturellen' Emporkomgössen, konnten den wirtschaftlichen Verfall dieser men dieses Reiches, - dessen staatliche Organisation Länder nicht aufhalten. Andererseits beginnt mit der hauptsächlich nur auf der kriegerischen Tüchtigkeit des Einwanderung' der Juden in die Türkei das Aufblühen türkischen Volkes aufgebaut war, barg die starke Eindes .Welthandels in diesem Reiche. In der letzten Zeit Wanderung der spanischen und portugiesischen Juden hat man dieser Erscheinung grössere Aufmerksamkeit bei,'die gegen Ende des' 15. Jahrhunderts ihre Heimat gewidmet und sie verschiedenartig zu erklären versucht, hatten verlassen müssen. Der Strom der Einwände- Die'richtige Erklärung aber hat man noch immer nicht ruhg hielt auch während der ganzen ersten Hälfte des gegeben," weil die meisten Forscher, die sich mit diesem 16. Jahrhunderts unaufhörlich an; denn zu jenen Ju- Thema hefassten, die nötige Kenntnis der gesehilden,' die in den Jahren 1492 und 1497. Spanien und derten Vorgänge nicht besassen. Portugal.verlassen und.sich.in der Türkei angesiedelt Die schwere Katastrophe, die im letzten Dehatten,, geselltensich in der Folge ihre unglücklichen zennium. des .15. Jahrhunderts über die spanisch - Brüder, die entweder in der Heimat als Seheinchristen portugiesische Judenheit hereinbrach, ist nicht unzurückge'blieben waren, aber später vor der Inquisition erwartet gekommen, und es gehörte der ganze unversich flüchten mussten, oder Jahrzehnte hindurch in wüstliehe Optima mus der Juden dazu, dass sie nicht clu'istlichen Staaten vergeblich eine Zuflucht gesucht früher, mit den Umständen und deren unausbleibhatten'. Unter der Herrschaft der tapferen und ritterliehen Folgen rechneten, um sich rechtzeitig von der liehen-Osmancn, die wohl Länder eroberten; aber nie- Heimat wegzubogeben. Allerdmgs kam auch dazu mals .die .unterworfene Bevölkerung in der freien die unsägliche Liebe zu dem spanischen und portu- Rcligionsübung stören wollten, fanden die Flüchtlinge giesischen Boden, von dem sie sich nur schwer zu Ruhe und Sicherheit. trennen vermochten. Sonst konnten alle, die klar An sich verdient dieser geschichtliche Vorgang, sehen wollten, im Laufe des 15. Jahrhunderts erkennen, dessen Bedeutung erst jetzt gewürdigt zu werden dars sie auf die Dauer in diesen Ländern nicht würden beginnt, eine nähere Beleuchtung. Die unbefangene bleiben können. Im Jahre 1391 tobte nämlich ein Geschichtsforschung hat unumstösslich festgestellt, schwerer Sturm über die spanischen Gemeinden hindass mit der Vertreibung der Juden und Mauren aus weg, dem Tausende von Juden zum Opfer fielen. Spanien und Portugal der materielle und geistige in der Angst vor der entlessclten Wut des mordgierigen Pöbels nahmen viele Unglückliche die Taufe, und seitdem begann in Spanien und Portugal die Marranen- IVage, an der diese beiden Staaten Jahrhunderte hindurch Schwei' leiden sollten. Es liegt darin ein Akt der geschichtlichen Gerechtigkeit, dass die blutigen Judenverfolgungen auf der pyrenäischen Halbinsel den Verfolgern weit verhängnisvolle]' geworden sind als den Juden selbst. Die Mammen hatten in der Stunde der Gefahr zum Schein das Christentum angenommen — heimlich lebten sie aber im Judentum und übten treu alle religiösen Gebote. An den Passalitagen wogten sie zwar nicht, Mazza zu essen, aber sie enthielten sich sorgfältig des Genusses von Gesäuertem. Sie ernährten sich an diesen Tagen mit, Fleisch, Reis und sonstigen Vegetabilien. R. FHKXKKL-MANl'SSON. UKW LI X. Sie heirateten ausschliesslich Im Alte s.hcim. unter sich und beobachteten

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