Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Mose ben Maimon
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 789 - 790 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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789 Dr. Simon Bernfekl: Mose ben Mainion. 790 ist ja auch nach der eigenen Aussage des Maimonides von den Scheinislamiten nicht gefordert worden. Ob aber Maimun mit seinen Kindern im Jahre 1148 unter der schweren Gefahr die Bekenntnisformel Allah ist Gott und Mohamed der Gesandte Gottes" ausgesprochen hat, dies ist nicht vonT grosser Wichtigkeit. Dass dies aber doch der Fall war, steht, glaube ich, unzweifelhaft fest, daMaimonides es selbst in der bereits erwähnten Abhandlung „Kiddusch-ha-schem" reuevoll zugibt. Er tritt nämlich in dieser Abhandlung mit grosser Entschiedenheit der Meinung eines Mannes entgegen, der gegen die unglücklichen Scheinmuslimen den Vorwurf erhob, sie hätten dem Judentum abgeschworen und damit eine schwere Sünde auf sich geladen. Maimonides bekämpft diese Ansicht mit grosser Schärfe. Wegen der erwähnten Bekenntnisformel brauche kein Jude den Märtyrertod auf sich zu nehmen. Dies sage er zur Ehrenrettung vieler Unglücklicher, die sich in ihrem Gewissen beunruhigt fühlen. Würde aber der Vorwurf nur ihn und sein Vaterhaus treffen, dann hätte er geschwiegen und ihn gebeugten Hauptes angehört. Er wisse wohl, dass er gesündigt habe (vgl. Daat Elohim I, 219). Wenn aber auch Maimonides seine Zwangsbekehrung zum Islam als eine Sünde bezeichnet, so gilt tatsächlich auch für ihn, was er in der bezeichneten Abhandlung über seine in gleichen Verhältnissen lebenden Volksgenossen sagte. Und jedenfalls darf nicht vergessen werden, dass sein Vater für ihn diesen folgenschweren Schritt getan hat. Maimonides selbst ist sozusagen in diese zweideutigen Verhältnisse hineingewachsen. Viel konnte aber der Scheinislam für ihn nicht bedeuten, da Maimonides im Judentum lebte. Der Mann, der im Alter von 25 Jahren sein grosses Werk, den klassischen Kommentar zur Mischna, in Angriff nehmen konnte, hat zweifellos als Knabe und als Jüngling mit grossem Fleiss dem Studium des rabbinischen Schrifttums obgelegen. Darin hat ihn sein angebliches Muslimtum nicht im mindesten gestört. Als Berufsstudium hat er die Medizin gewählt. Wir werden ARNOLD ZADIKOW. MUEXCHEN. Der Faun. ARNOLD ZADIKOW. jVIUEXCHEX. Die Tänzerin. sehen, zu welcher Bedeutung Maimonides später in .Aegypten als Arzt gelangt ist. Ob er aber auch in Nordafrika die ärztliche Praxis ausgeübt hat, wird nirgends berichtet. Wir können dies jedoch als wahrscheinlich annehmen. Aus einer Stelle im „Mdre Nebuchim" (II, 9) ist zu entnehmen, dass er mit berühmten arabischen Gelehrten seiner Zeit vertrauten LTmgang gepflogen hat. Im Frühjahr 1165 schien es für die Familie Maimuns endlich an der Zeit, den gefährlichen nordafrikanischen Boden zu verlassen. Sonntag, am 18. April, bestieg sie ein Schiff, das sie vorerst nach Palästina bringen sollte. Ihr Reiseziel war zunächst Akko. Die Reise war sehr beschwerlich und zum Teil gefahrvoll. In der Nacht zum 15. Mai landeten die Flüchtlinge endlich in Akko. Da fühlten sie sich nach so vielen Jahren der Religionsnot sicher und konnten sich wiederum öffentlich zum Judentum bekennen. Nahezu ein halbes Jahr blieben sie in Akko, worauf sie am 14. Oktober eine Pilgerfahrt nach Jerusalem und Hebron unternahmen. Wie es scheint, bot sich ihnen im Heiligen Lande keine Möglichkeit, sich dauernd niederzulassen. Wir finden daher bald