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Ost und West · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 787 - 788

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Mose ben Maimon
Date
1913-10-01
Page
Seite 787 - 788 (sequence 2)
Language
German
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787 Dr. Simon Beruf cid: Mose ben Maimon. 788 ARNOLD ZADTKOW. MUEXCIIEX. Judith. Herrschaft stehenden Akko (1165) gebebt. Carmoly hat für diese These eine Reihe von arabischen Berichten angeführt. Mit seiner Behauptung erregte Carmoly im Jahre 1839 in den Kreisen der Wissenschaft des Judentums grosses Aufsehen. Natürlich hielten die meisten zuerst alles für eine Fälschung. Aber im Laufe der Zeit mussten sie sich doch vor der Macht der Tatsache beugen, zumal noch anderes Material unterdessen bekannt wurde. A. Geiger und M. Steinschneider, der zuletzt Genannte sonst ein entschiedener Gegner Carmolys, mussten sich damit abfinden. Und selbst Rapoport, der sich mit dieser Tatsache nur recht schwer aussöhnte, suchte bloss Maimonides damit zu entschuldigen, dass eigentlich nicht er, damals ein dreizehnjähriger Knabe, dafür verantwortlich zu machen sei, sondern der Vater Maimun, der für sich und seine Söhne (Moce hatte einen jüngeren Bruder David) den Islam angenommen hätte. l}ies ist übrigens ein richtiger Standpunkt, wenn überhaupt in diesem Falle nach einer Rechtfertigung gesucht werden muss. Indessen suchten seitdem verschiedene Forscher, in neuester Zeit auch A. Berliner, S. Posnanski und jetzt auch der Verfasser der vorliegenden Biographie, diese Schuld von Maimonides abzuwälzen. Sie meinen, er habe niemals auch nur zum Schein den Islam angenommen; vielmehr sei sein Vater mit seiner Familie, als die Verfolgungen in Cordova be gönnen hatten, in die Fremde gewandert, um das Judentum nicht aufgeben zu müssen. Wenn man aber diese Frage vorurteilslos prüfen will, so wird man sich leicht davon überzeugen können, dass es bloss ein Streit um Worte ist, und wahrscheinlich wurde er deshalb mit so viel Hitze geführt. Die Tatsache steht nämlich fest, dass sich Maimun mit seiner Familie heim Ausbruch der Verfolgungen nicht etwa in ein Land geflüchtet hat, wo die almohadische Bewegung keine Macht hatte, sondern gerade nach''Nordafrika, wo sie am heftigsten wütete. Ich nehme an, dass die Familie mehrere Jahre in Cordova geblieben war, wo die Erziehung des jungen Mose vollendet wurde (vgl. mein Daat Elohim I, 220), und erst später nach Fez flüchtete, wo sie bis zum Jahre 1165 verblieb. Es ist nun wahrscheinlich, und mehr als eine Wahrscheinlichkeit kann ich dafür nicht anführen, dass es Maimun und seinen Söhnen in der spanischen Heimat, wo sie bekannt waren und grosses Ansehen genossen, doch auf die Dauer nicht gut möglich war, öffentlich als Muslimen zu gelten und im stillen sämtliche 613 Gebote und Verbote des Judentums zu halten. In Nordafrika, wo man sie nicht kannte, mag dies ihnen leichter geworden sein. Indes fühlten sie sich auch dort nicht lange sicher, und ausserdem fand sich Maimonides in dieser zweideutigen* Stellung in seinem Gewissen aufs lebhafteste beunruhigt. Lehrte er doch selbst (in seiner Abhandlung „Kidduseli-ha-schem", die er in Fez schrieb, und in seinenrfgrossen Religionskodex Jesode ha-thora V, 3), dass jeder Jude, der sich in einer solchen Lage befindet, verpflichtet sei, zum Wanderstab zu greifen und sich in ein Land zu flüchten, wo Religionsfreiheit herrscht. Als ihm daher die Möglichkeit geboten wurde, tat er dies trotz der grossen Schwierigkeiten und Gefahren, die damit verbunden waren. Allerdings wird von anderen angenommen, dass Maimun gleich nach dem Beginn der Religionsverfolgung im arabischen Spanien dieses Land verlassen hätte. Was wird aber mit dieser Annahme gewonnen? Da er sich in Fez niedergelassen hat und dort volle 17 Jahre verblieb, so muss zugegeben werden, dass sich die Familie nicht öffentlich zum Judentum bekennen durfte. Mehr

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