Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 703 - 704

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Heinrich Gottselig
Date
1913-09-01
Page
Seite 703 - 704 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584033-2584043-2605050--14835-2605118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

703 Professor B. Mannfeld, Frankfurt a. M.: Heinrich Grottselig. 704 Pappel, dem werden dieselben nicht so leicht dem Gedächtnis entschwinden. Sie fesseln durch die Harmonie der Farben, wie es überhaupt des Künstlers Eigenart ist, seine Porträts zugleich mit einer Farbensymphonie zu verbinden. 1£09 ging Gottselig nach Paris, wo er'cin halbes Jahr verblieb. Er wurde dort freier im Strich und leuchtender in den Farben, besonders in seinen Landschaften und gilt heute als einer der besten Vertreter Frankfurter Landschafts- und Porträtkunst. JUDEN ALS ERFINDER UND ENTDECKER.1) Von Dr. Max Grunwald. Die Genialität des Erfinders, die mutige Beharrlichkeit des Entdeckers sind Vorzüge, die man immer von neuem den Juden absprechen hört. Man braucht 1)Vor fünf Jahren begann ich diesen Gegenstand im Rahmen meiner öffentlichen Wiener Vorträge zu behandeln. Den Winter darauf folgte ich Einladungen zur Wiederholung des Vortrages nach Berlin, Breslau, Kopenhagen, Agram und anderen Orten. Zeitungsberichte und unbefugte Benützungen der von mir angeführten Daten haben mich nachweisbar g e s c h cä d i g t. Alsmir nunvor einiger Zeit bekanntwurde, dass zurBearbeitung desselben Stoffes in Berlineine Stiftung ins Leben getretensei, gab ich an zuständiger Stelle meine Absicht kund, aus meinem reichen Material in kurzem das Wichtigste zu veröffentlichen. Ohne Rücksicht hierauf hat diese Stiftung soeben unter d e m T i t e 1 „Ju d e n als Erfinder und Entdecker" ein Buch herausgegeben, zu dem Stellung zu nehmen ich mir vorbehalte. Auf diesen Blättern beschränke ich michaufdenAbdruckmeines Vortrages, um unter Berufung auf die Zeugenschaft der vielen, die ihn gehört haben, ihn als mein geistiges Eigentum in Anspruch zu nehmen. Der Verfasser. aber nur autobiographische Aufzeichnungen, wie die des bekannten Wiener Mathematikers Spitzer, des Chemikers Lieben, des Breslauer Historikers Caro und anderer zu lesen, um zu erkennen, wie der Jude in Deutschland und Oesterreich planmässig von den Laufbahnen ausgeschlossen wurde, die zu dem Ruhme des Erfinders oder Entdeckers zu führen am ehesten geeignet sind. Um so mehr überrascht die verhältnismässig grosse Anzahl von Mehrern des Reiches unserer geistigen und technischen Kultur sowie von Eroberern geographischen Neulandes, die unter den Juden selbst der genannten Länder schon in ältere:1 Zeit sich finden. Als der erste jüdische Entdecker wird M ose genannt.2) Auf ihn führt man die Theorie zurück, die für den ungeheuren Aufschwung der modernen Physik und Chemie die Grundlage bildet: die Lehre von den Atomen. Der Stoiker Posidonius behauptet, diese Lehre sei zu den Griechen aus Phönizien gekommen, wo sie der Naturforscher M o s c h o s zuerst verkündet habe. Auch der Philosoph Jamblichus berichtet, Plato habe in Phönizien mit den Propheten» den Nachfolgern des Moschos, verkehrt. Ein englischer Gelehrter des 17. Jahrhunderts, Ralph Cadworth, ist nun, auf einen alten Autor. gestützt, der Ansicht, dass Moschos mit unserem grossen Lehrer Mose identisch sei. In Moses Zeit fällt eine Erfindung, die nach so vie- '. len Jahrtausenden erst vor kurzem der Amerikaner A t - cheson gewürdigt hat. Atcheson wollte die Plastizität des Töpfertones erhöhen. Da fiel ihm ein, dass die Hebräer in Aegypten bei der Herstellung von Ziegeln Strohhalme verwendet haben. Er kochte Stroh aus und fand in der Tat, 'dass [dieses Strohwasser die a Qualität des Tones ganz in seinem Sinne verbesserte. . H. GOTTSELIG FRANKFURT a. M. Synagoge an der Friedberger Ar.läge in Frankfurt a. M. 2) Die/Masse, von denen'der Prophet Ezechiel Kap. 45, Vera 9—21, spricht, bildeten den Ausgangspunkt für den Antrag des; Staatssekretärs und nachherigen Präsidenten der {•.Vereinigten Staaten von Nordamerika, John Quincy Adams, 1820 für Masse und Gewichte die Dezimalteilung einzuführen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.