Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 695 - 696

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Die Fruchtbarkeit der Juden
Date
1913-09-01
Page
Seite 695 - 696 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584033-2584043-2605048--14827-2605114
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

695 Dr. H. Hoppe, Königsberg i. Pr.: Die Fruchtbarkeit der Juden. In Krakau hat also die Geburtenrate bei den Juden nicht abgenommen; während sie aber bis 1893 die der Christen übertraf, hat die christliche sie seitdem überflügelt. In Ungarn kamen (Zschr. Dem. 1911, 165): auf je 1000 Juden Ges.-Bev. 1881/85 ........ 36,84 44,56 1886/90 ........ 37,33 — 1891/95 ........ 35,60 — 1896/1900 ....... 34.63 39,4 (35,2) 1901/05 ........ 31,43 37,2 1906/00 ........ 28,39 36,34 1908 .......... 28,0 36,4 1909 .......... 28,0 36,9 In B u d a p e s t betrug die Zahl auf 1900 28,29 gegen 34,99 bei den Andersgläubigen (Ruppin, 69). In Holland (Zschr. Dem. 1911, 166; Ruppin, 69) entfielen Geburten auf je 1000 Juden Nicht juden 1906 ........... 23,6 (23.9) 33,69 1907 ........... 23,9 ' — 1908 ........... 21,4 — 1909 ........... 19,8 - In A msterdam waren die Geburtsziffern bei den Juden von 1899 bis 1908 der Reihe nach 26,85; 23,77; 23,85; 22,45; 22,01; 22,86; 21,18; 23,36; 22,57; 20,74 (Zschr. Dem. 1910, 110); die Abnahme ist also, wenn die Zahlen auch schwanken, ziemlich deutlich. Von 1900 bis 1903 lauten die Zahlen mit Berücksichtigung der übrigen Konfessionen: Juden Protest. Kathol. 1900 ......... 24,82 32,09 33,33 1901 ......... 25,23 33,15 34,29 1902 ......... 33,69 31,52 33,63 1903 ......... 23,55 32,90 35,44 1900/1903 ...... 24,32 32,14 34,17 Die Juden bleiben also hier um 8—10 p. m. hinter den übrigen Konfessionen zurück, obgleich Amsterdam ein grosses jüdisches Ghetto besitzt, in dem die Geburtenhäufigkeit noch gross ist. Aber selbst in den osteuropäischenLänd e r n , wo die Geburtenzahl noch recht beträchtlich ist, nimmt, wie schon Galizien zeigt, die Verhältniswahl der Geburten bei den Juden seit Beginn dieses Jahrhunderts deutlich ab. In Rumänien (Zschr. Dem. 1912, 16) kamen Lebendgeborene: auf je 1000 Juden Gr.-Kath. R.-Kath. Prot. Ges.-Bev. 1871/75 46,53 32,93 43,75 10,52 34,20 1876/80 40,57 33,72 42,95 11,52 35,73 1881/85 46,81 39,31 45,05 20,97 41,29 1886/90 43,74 40,20 41,99 26,25 40,93 1891/95 43,22 40,54 38,70 32,91 40,99 1896/00 40,09 41,19 34,26 36,87 40,17 1901/05 32,62 40,05 31,23 28,11 39,23 1906 30,87 40,82 30,09 24,94 40,13 1907 31,07 42,06 32,67 24,52 41,37 1908 30,25 41,26 32,41 21,52 40,62 1909 29,16 42,23 32,66 25,72 41,47 1910 29,33 45,84 30,63 23,44 40,11 Während also 1871/75 die Geburtenrate bei den Juden noch wesentlich höher war als bei den übrigen Konfessionen und bei der Gesamtbevölkerung (um 12 p. m.) und auch noch bis 1895 höher blieb, wenn auch in abnehmendem Masse, beginnt sie von da an stark zu sinken und unter die Geburtenrate der wesentlichen nur in Betracht kommenden Katholiken und somit auch der Gesamtbevölkerung in zunehmendem Masse herunter zu gehen, der sie schliesslich um ca. 10 p. m. unterlegen ist. Die protestantische Geburtenrate ist allerdings noch niedriger, hat sich aber der jüdischen, während sie noch bis 1895 beträchtlich niedriger war, seitdem sehr genähert. In Bulgarien hat die jüdische Geburtenrate seit 1881, von wo an Zahlen vorliegen, vielfach geschwankt, sie war aber stets niedriger als bei der übrigen Bevölkerung mit Ausnahme der wenig zahlreichen Protestanten, wo auch solche Schwankungen zu konstatieren sind, wie folgende Tabelle nach S e - gail, (Zschr. Dem. 1911, 18) zeigt: Lebendgeborene auf je 1000 Juden Gr.-Orth. Kath. Prot. Ges.-Bev. 1881/85 32,85 38,27 17,11 15,26 33,70 1886/87 23,09 28,78 18,64 10,00 28,78 1888/90 36,51 39,87 42,86 36,51 36,29 1891/95 37,58 40,80 41,57 23,05 37,49 1896/1900 40,90 43,11 44,25 26,86 41,01 1901/05 35,55 42,37 42,05 31,00 40,67 1906 35,55 45,06 44,74 31,34 44,01 1907 32,27 44,64 45,13 28,18 43,85 In der Hauptstadt Bukarest kamen 1904 und 1905 auf 1000 Juden 24,19, auf 1000 Nicht juden 29,51 Geburten (Zschr. Dem. 1907, 15, die dort angegebenen umgekehrten Zahlen beruhen offenbar auf einem Druckfehler). In Serbien ist die Geburtenrate der Juden ziemlich günstig, sie entsprach (Zschr. Dem. 1908, 132 und 133) 1896/1905 mit 32,82 p. m. der der orthodoxen Bevölkerung, Avährend sie bei den Protestanten nur 18,58, bei den Katholiken 16,21 und bei den Muhamedanern 11,26 betrug. In Russland sind nur aus einigen Jahren Angaben vorhanden. Es betrug die Geburtenrate (nach Thon, Zschr. Dem. 1907, 157 und Zschr. Dem. 1911. 41): auf je 1000 Juden Orthod. R.-Kath. Prot. Muhaim 1901: 30,8(36,14)* 48,8 ' 36,2 30,1 45,1 1903: 29,3 51,3 35,1 29,6 _ 45,2 *) Nach Korrektur für die zahlreichen nicht angemeldeten Kinder (besonders Mädchen). In der Stadt Elisabeth grad' fand S. Weissenberg (Zschr. Dem. 1913, 54) bei den Juden durchschnittlich: Geburten Ehen 1901/04 ........... 911t) 19t) 1905/08 ........... 722 216 1909/11 ........... 614 224 also trotz gleichbleibender Ehenzahl eine Abnahme der Geburten um fast em Drittel, und ähnlich in Odessa: Geburten Ehen 1899/1901.......... 4917 1536 1909/04 ........... 5273 1550 1905/07 ........... 4862 1446 1908/10 ........... 3520 1314 Seit 1905 zeigt sich also eine starke Abnahme der Geburten, eine wesentlich geringere der Ehen. Die Bevölkerung ist wie in Elisabethgrad ziemlich stabil geblieben. t) Die Durchschnittszahlen sind nach den Angaben für die einzelnen Jahre von mir berechnet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.