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Ost und West · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 685 - 686

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Die Samaritaner
Date
1913-09-01
Page
Seite 685 - 686 (sequence 4)
Language
German
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685 Dr. S. Weisscnberg, Elisabethgr;u.l: Die Sainaritaner. 686 sie keine Vorscliriften in Beziig auf Fleisch- und Milchgenuss. Wird noch berücksichtigt, dass das Wochenfest immer auf einen Sonntag fällt, indem die Omerzählung mit dem Passahsabbat beginnt, so sind wohl die Samaritaner in gewisser Beziehung als die Vorläufer der späteren Sadduzäer zu betrachten, deren Anschauungen sich teilweise bei den heutigen Karäern noch erhalten haben. Nach bmlischer Vorschrift wird auch jetzt noch trotz der Zerstörung des Tempels an den drei Regalim — Passah-, Wochen- und Laubhüttenfest — nach dem heiligen Berg Garizim gepilgert. Das ganze Passahfest ~ bringen sie dort Worte: „Es werde bei dir nicht gesellen Sauerteig in deinem ganzen Gebiete sieben Tage." Da nun diese Vorschrift inmitten andersgläubiger Bevölkerung nicht durchführbar ist, so wandern sie für die ganze Dauer des Festes auf den Berg aus. An den beiden anderen Feiertagen statten sie dem Heiligtum nur einen kurzen Besuch ab. Die Feierlichkeij:: ten während des samaritanischen Passalifestes, andern nach biblischer Vorschrift das Passah - lamm geschlachtet wird, sind zuletzt von Moulton in der Zeitschr.d. deutschen Palästina-Vereins, B. 27 (1904) ausführlich beschrieben worden. Ich möchte deshalb die Einzelheiten hier nicht wiederholen und mich nur mit der Schilderung des Opferplatzes begnügen, der meines Wissens bis jetzt noch nicht genau aufgenommen wurde, wahrscheinlich, weil die meisten Besucher den Platz zu einer Zeit betraten, als er von den feiernden Samaritan ern dicht b e - setzt war. Der Opferplatz liegt nicht auf dem Gipfel des Garizim, sondern einige Minuten westlieh von ihm entfernt und in Zelten gemäss dem Abb. 4. Hohepriester mit Thorarolle. stellt einen viereckigen Raum dar, der von einem etwa meterhohen, an einigen Stellen beschädigten rol.en Steinzaun umgeben ist. Seine ungefähren Masse sind aus dem abgebildeten Plan (Abb. 1) ersichtlich. In seinem nördlichen Drittel ist eine unregelmässige, ziemlich flache mit Steinen ausgelegte Grube zu sehen, die dazu dient, das Blut.der darüber geschlachteten Opfertiere, sowie ihre Abfälle aufzunehmen und dort verbrannt zu werden. Die Nordostecke des Opferplatzes stösst an einen kleinen Hügel, den Moulton für künstlich aufgeworfen hält, um genügende Tiefe für eine Grube an seinem Gipfel zu gewinnen, die zum Dünsten der Opfertiere bestimmt ist, wozu sie rechtzeitig durch in- , , . - . nen angelegtes Feuer erhitzt wird. Moul- - v - : . ton gibt ihre Tiefe . mit etwa 3 m an; es wurde ihm gesagt; dass die Grube nach dem Passahfeste mit Steinen gefüllt wer*- den soll, um sie gegen Verunreinigung zu schützen. Als ich den Platz besuchte, fand ich die Grube offen und leer; ihre Tiefe mag damals kaum 1,5 m betragen haben, wie sie aus Abb. 2 ersichtlich ist. die rechts im Hintergrunde die Dunst grübe zeigt, in der ein Fellache steht. Dieselbe Abbildung zeigt auch im Vordergrunde die Schlachtgrube und hinten links den Ausgang aus dem Hof, dem gegenüber in etwa 12 m Entfernung ein quadratischer, von einem etwa 3A m hohen Steinzaun umgrenzter kleiner Raum liegt, der als Ofen zum gewöhnlichen Gebrauch während der Feiertage dient. Moulton zählte zu Passah 1903 im Lager der Samaritaner 38 Zelte. Es scheint somit fast jede Familie ihr eigenes Zelt bezogen zu haben, was nicht wundernimmt, da sie dorthin mit Hab und Gut für ganze sieben Tage übersiedeln. Anders liegen aber die Verhältnisse während des Laubhüttenim 1

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