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Ost und West · 1913-08-01 · Heft 8 (August 1913) · p. Seite 641 - 642

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 8 (August 1913)
Article
Jüdische Wohlfahrtsanstalten in Wien
Date
1913-08-01
Page
Seite 641 - 642 (sequence 6)
Language
German
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041 E. E.: Jüdische Wohlfahrtsanstalten in Wien. 042 Spital der israelitischen Kultusgemeinde Primarius Direktor Dr. FJeisclnnann bei einer Operation. seiner Minderwertigkeit bewusst werden. Dadurch entstehen in ihm die Gefühle, des Zornes,, des Neides und des Hasses, und auf dieser Grundlage die tierische Roheit, die den ungebildeten Taubstummen auch für seine Mitmenschen oft gefährlich macht. So ähnlich dürfte der Gedankengang des edlen Mannes gewesen sein, der, selbst unter sehr verminderter Sehkraft leidend, die später in völlige Blindheit überging, nicht ein Blindeninstitut, sondern das Taubstummen - Institut ins Leben rief. Und ein katholischer Priester war es, der Hirsch K o 11 i s c h dazu begeisterte, ein j ü - disches Taubstummen- Institut zu begründen. Aus dem kleinen, im Jahr 1844 in Nikobburg in Mähren entstandenen Institut ist ein mächtiger Palast der Nächstenliebe geworden. Mehr als 100 Zöglinge, Knaben und Mädchen, gemessen derzeit im Institut ihre Ausbildung. Unter der Leitung eines energischen, für seinen Beruf begeisterten Direktors gelangen Spital der israelitischen Kultusgemeinde. Sammlung extrahierter Nierensteine. die modernsten Prinzipien der Taubstummen-Erziehung zur Geltung, welche auf zwei Pfeilern zu beruhen scheint : den Taubstummen zu lehren, seine sprechenden Mitmenschen leicht zu verstehen und ihm soviel Sprachvermögen anzueignen, dass er ,.sich verständlich machen kann. Die Zeichensprache der Taubstummen ist nur ein Notbeheb0 für die Verständigung; sie ist primitiv, wenig entwicklungsfähig und sie zu beseitigen, sie möglichst überflüssig zu machen, ist das Ziel des Lehrenden. Jedem aufmerksamen Beobachter dürften im Verkehr mit Taubstummen zwei Dinge unangenehm aufgefallen sein: beim Sprechen dieser Unglücklichen das krampfhafte Hinausstossen der Worte, die fast wie unartikulierte Schreie klingen und der gespannte, gequälte Gesichtsausdruck, mit dem sie unseren Mundbewegungen folgen. Um den Taubstummen das Verstehen unseres Sprechens zu erleichtern, bemühen wir uns unwillkürlich unsere Mundbewegungen beim Sprechen sehr zu vergrössern und zu verdeutlichen, sozusagen mit

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