Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1913)
- Article
- Die Juden Italiens
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 553 - 554 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2583875-2584033-2584041-2604819--14672-2604898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
553 Prof. Dr. Ermamio Loevinson, Rom: Die Juden Italiens. 554 Senator Vito Volterra Senator Giacomo Levi^Civita Pruicsior der Mathematik. Rechtsanwalt,' ehemals Bürgermeister von Padua dem gesellschaftlichen Leben, karm Zurücksetzungen erleiden. Die einzige Landschaft, in der sich, besonders unter dem Einfluss des benachbarten französischen Nationalismus, ein gewisser gesellschaftlicher Antisemitismus bemerkbar macht, ist Piemont mit der Provinzialhauptstadt Turin. Die dortigen Verhältnisse haben eine, wenn auch entfernte Aehnlichkeit mit den ostelbischen: bei dem Adel, der zum Teil noch junkerliche Traditionen hat, und dem höheren Bürgerstande ist keine grosse Neigung für die aufstrebenden jüdischen Mitbürger vorhanden! Im übrigen Italien aber werden Israeliten in Vereine aller Art, abgesehen von einzelnen Adelsklubs, ohne Schwierigkeit aufgenommen, euch in die Freimaurerlogen, so dass sich das Bedürfnis zur Begründung speziell jüdischer nicht herausgestellt hat. Ja, als eine der vielen Ur- Sachen der fortschreitendenAssimilation ist gerade die Leichtigkeit zu betrachten, mit der sie in Vergnügungs- und Sportvereinen jeder Art Aufnahme finden und sogar in den Vorstand gelangen. Kein "Wunder, dass der modernste, kostspieligste und gefährlichste aller Sports, dieAviatik, wie in Frankreich (es sei hie; nur an die Namen Deutsch, de la Meurthe, Worms und See erinnert), so auch in Italien dem finanziellen und persönlichen Opfermut der Israeliten sehr viel verdankt. Vor allem ist in die- Senator Alessanser Beziehung des hochherzigen Professor der it, Sportmäcens Leonino Da Zara zu gedenken. Noch in ganz jugendlichem Alter, war er der erste in Italien, der sich auf eigene Kosten die wertvollsten Flugapparate kommen liess und Raids von Ort zu Ort unternahm. Lhid nicht genug damit: um die Flugtechnik in seinem Vaterlande heimisch zu machen, unterstützte er aus eigenen Mitteln Vereine, Private und wiederholt auch die Regierung bei Beschaffung von Flugapparaten. Er war es, der im vergangenen Jahre die Anregung zu einer nationalen Sammlung zur Beschaffung von Luftfahrzeugen für das italienische Heer, und das gute Beispiel durch Stiftimg eines Aeroplans gab, den er nach seiner Vaterstadt „Padua" benannte. Die Sammlung brachte über 2 Millionen ein. Verdientermassen ist Leonino Da Zara Vertreter Italiens am internationalen Schiedsgericht ~ - für Aeronautik in Paris. xVndere Israeliten, wie( Enrico Garda, Luigi Pisa und Gino Modigliani || \ zeichneten ebenfalls hohe Sumjfc \ men zu dem genannten Zwecke. H \ Uebrigens finden wir, wenn es Bf sich um die geistigen Intcr- ■ essen der Nation handelt, ¥ einige derselben Mäcene wieder. So stellte Gino Modigliani dem Unterrichtsminister 100000 Franken zur Herausgabe der Werke Leonardo da Vincis zur Verfügung und Enrico Garda aus Turin, aber in Paris ansässig, gab 6000 Franken her, um den . n,. Verfasser des besten Lesebuches dro D Ancona . , Litoritur für die italienischen Ausland-