Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1913)
- Article
- Das neue Palästina
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 477 - 478 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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477 Dr. Max Grunwald: Das neue Paliistina. 478 Katra. Jüdische Kolonie. (Sppzialaufnahme fUr „Ost und West '.) nisten Palästinas wiederholt den Vorwurf, sie seien gar nicht Bauern, sie seien nur Unternehmer und Hessen den Boden von Arabern hestellen. Das klingt so, wie wenn man hei uns zu Lande einem Bauern vorwerfen wollte, dass er sich Knechte und Mägde hält, dass er, um Zeit zu sparen und aus der Wirtschaft grössere Einkünfte zu erzielen, fremde .- rr Kräfte in seinen ^3 Dienst nimmt. Auch \ ''/•• der jüdische Kolo- ,: nist kann nicht nur ' ■; :;'__';*:'.."-■-'.V,.":''.'"r~- dem Ideal leben. Er muss seinen Grund und Boden rationell ausnützen. Man hat auch gesagt, dem jüdischen Bauern fehle die jüdische Bäuerin. Das trifft zu, wenn man für eine vollgültigeB äu erin durchaus das Bildungsniveau etwa der russischen zur Bedingung macht. Die jüdische Kolonistin hat die besten Schulen genossen, Ekron. Jüdische Kolonie. das hindert sie aber nicht, in Haus und Hof es jeder anderen g 1 e i c h z u t u r;. Das klassische Beispiel eines jüdischen Kolonisten begegnete uns in Rechoboth in einem Manne, der jahrelang in einer altehrwürdigen Gemeinde in Süddeutschland als Klausrabbiner gewirkt hat.'1] Vor 13 Jahren, er stand bereits an der Schwelle des Alters, entschlossen sich er und seine Frau nach Palästina auszuwandern, um dort Bauern zu werden. Dieser inoffizielle Rabbiner von Rechoboth lehnt jede Titulierung ab. Er will nichts anderes sein und heissen als Bauer und fühlt sich in diesem Beruf glücklich und zufrieden. Es kam die Rede auf gewisse Mängel, unter denen die jüdischen Kolonien Palästinas leiden. 'erlag rJiid. Ztg. , "Wien.