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Ost und West · 1913-05-01 · Heft 5 (Mai 1913) · p. Seite 401 - 402

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 5 (Mai 1913)
Article
Die Juden Italiens
Date
1913-05-01
Page
Seite 401 - 402 (sequence 5)
Language
German
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40i Prof. Dr. Ermanno Loevinson, Rom: Die Juden Italiens. 402 Damen der internationalen . Blutaristokratie, das jüdisch-rituelle Schächten durch die Stadtverwaltung verbieten zu lassen, — es wäre viel naheliegender gewesen, ihre Verwandten zu veranlassen, keine Hetzjagden mehr zu A'eranstalten — scheiterte an dem Widerstande des italienischen Ministeriums des Inneren. Dem grossen Fremdenverkehr des Landes ist es wohl zuzuschreiben, dass trotz des allgemeinen Rückgangs in der Befolgung der jüdischen Gebräuche in einigen Grossstädten wie Bologna, Mailand und Turin neuerdings rituelle Restaurants eröffnet oder schon bestehende verbessert wurden. Zur Osterzeit wird der Bereitung des ungesäuerten Brotes seitens der Gemeinden grosse Fürsorge gewidmet. In Rom ist die betreffende Bäckerei, mit allen Verbesserungen der neuen Technik ausgestattet,bei der Synagoge untergebracht. In viel reicherem Masse wird allerdings für das geistige Interesse der Israeliten Italiens gesorgt: Nicht weniger als 4 Wochen- und Monatsschriften jüdischen Inhaltes erscheinen in italienischer Sprache, nämlich das „Vessillo Israelitico" in Turin, welches es bereits auf den 60. Jahrgang gebracht hat, der ,,Corriere Israelitico" in Triest, und die „SettimanaIsraelitiGa" inFJorenz, welche ebenso wie das Organ des dortigen Rabbinerkollegs, die „Rivistalsraelitica", ihr Bestehen dem Oberrabbiner Dr. S. H. Margulies verdankt. Aber die religiösen Formen allein sind nicht imstande, die wenigen, sich noch heute in Italien zum Judentum bekennenden Elemente demselben dauernd zu erhalten. In dieser Beziehung wirken erspriesslich die in Oberitalien entstandenen Komitees für israelitische Kultur. Sie veranstalten Vorträge, welche imstande sind, bei jedem auch nur halbwegs Gebildeten das Interesse am Judentum wach zu erhalten. Man gibt sich der Hoffnung hin, diese Einrichtung nach und nach zu jüdischen Volksuniversitäten ausgestalten zu können. Jedenfalls ist das Programm der Komitees für israelitische Kultur ein sehr umfassendes, indem sie zur Lösungfolgender Aufgaben beitragen wollen: 1. Auf dem Gebiete der Wohltätigkeitspflege Ersatz der veralteten Methode des Almosengebens durch Erziehung zur Arbeit. 2. Förderung der körperlichen Ausbildung durch Leibesübungen und Handfertigkeitsunterricht in den jüdischen Schulen. 3. Erziehung und Unterricht nach modernen Prinzipien, um das Selbstbewusstsein der Israeliten zu stärken und jüdisch gesinnte Mütter zu erziehen. W**" WALLY LOEYINSON-BUETOW. ROM. Jüdische Ausbesserin. (Bleistiftzeichnung.) 4. Förderung der bisher vernachlässigten Predigt zur Unterstützung von Erziehung und Unterricht. Das tätigste von diesen Komitees ist das von Padua. Es hat sein eigenes Vereinslokal in dem ehemaligen Betsaal für italienischen Ritus und gibt Schriften aus dem Gebiete des jüdischen Geisteslebens heraus. In vielfacher Hinsicht ähneln die Bestrebungen dieser Komitees denen der Zionisten. Erstaunt wird mancher Leser fragen, ob und wieso es denn überhaupt solche in einem Lande gibt, in welchem die Juden das höchste Mass bürgerlicher Freiheit tatsächlich und nicht nur theoretisch gemessen. Freilich ist das zionistische Organ für Italien, ,,L'Eco Sionista", nach kurzem Bestehen eingegangen, aber wohl nicht so sehr, weil die darin vertretenen Ansichten keine Anhänger gefunden hätten, als weil sie von der bereits

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