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Ost und West · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. Seite 297 - 298

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
Die Emanzipation der Juden in Preußen
Date
1913-04-01
Page
Seite 297 - 298 (sequence 4)
Language
German
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297 Felix Halle: Die Emanzipation der Juden in Prcussen. 298 iM-:r;iXA muxolak. Beim Studium des Talmuds. PARTS. iärisehe Kürze besonders eindrucksvollen Gutachten trat das allgemeine Kriegsdepartement für die restliche Emanzipation der Judenein. Und zwar stammt diese Meinungsäusserung, was besonders erwähnt zu werden verdient, von Scharnhorst und Boyen, von Männern, deren Namen in der Geschichte des preussischen Heeres dauernd fortleben werden. Auch dem Ministerium Dohna war es nicht beschieden, die Reform zu Ende zu führen. Am 6. Juni 1810 übernahm Hardenberg die Staatskanzlergeschäfte. Er wird in der Regel als der eigentliche Schöpfer der preussischen Judenemanzipation gezeichnet. Das ist insofern unberechtigt, als, wie wir gesellen, die Initiative zu derselben nicht von ihm ausgegangen und er beim Antritte der Kanzlerschaft das begonnene und für den Äbschluss reife Werk vorfand. Doch das ist richtig, class er die Reform zu Ende geführt, dass er mit Nachdruck und lebendigem Interesse sich dafür einsetzt, class er versucht hat, sich innerlich geschlossen, frei von Widersprüchen und lästigen Beschränkungen zu gestalten, und dass ihm dies im allgemeinen gelungen ist, obschon er nicht vermocht hat, in allen Punkten seinen Willen zur Geltung zu bringen. So trägt das Werk, obschon die Initiative nicht von ihm ausgegangen ist, doch wesentlich das Gepräge seines Geistes. Der Standpunkt, von dem Hardenberg an das Problem herantrat, war entsprechend seiner ganzen Weltanschauung und Staatsau ff assung der gleiche, den Humboldt in seinem Gutachten vertreten hatte, dass man nämlich den Grundsatz der Gleichberechtigung in der neuen Verfassung konsequent und lückenlos durchführen müsse, und dass alle Durchbrechungen des Prinzips das Werk nur schädigen würden. Eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichstellung durch eine Fülle von einschränkenden Ausnahmen, wie sie der Schroettersche Entwurf, wenn auch nur vorübergehend, hatte beibehalten wollen, schien ihm völlig vom Wege abzuführen. Wenn Hardenberg sich dennoch zu Konzessionen entschloss, so geschah dies mit Rücksicht auf den Justizminister von Kircheisen, der den älteren Standpunkt von den Gefahren des plötzlichen Ueberganges mit Entschiedenheit an höchster Stelle vertrat. Insbesondere erhob der Justizminister Widerspruch gegen die volle Glaubwürdigkeit der. Juden in Kriminalsachen, gegen die Gestattung von Ehen zwischen Juden und Christen und die sofortige Zulassung der Juden zu den öffentlichen Ae intern. Die Verhandlungen über die neue Verfassung der Juden dauerte unter Hardenberg noch, anderthalb Jahre. Es waren noch mehrere Entwürfe von dem Staatsrat von Raumer und dem Geheimen Oberjustizrat Pfeiffer aus dem Justizministerium . angefertigt

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