Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Die Juden Italiens
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 245 - 246 (sequence 3)
- Language
- German
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245 Prof. Dr. Ennano Locvinson. Horn: Die Juden Italiens. 246 10 000 Franken. Andererseits nehmen in Florenz, Livorno, Rom und Turin, aber auch an anderen Orten, Juden grossen Anteil an der Leitung und Unterhaltung von VVohlfahrtseinrichtungen, die einen interkonfessionellen Charakter haben. Abgesehen von al ten und neuen Stiftlingskapitalien werden die jüdischen Institute durch freiwillige Gaben erhalten, die besonders als Legate verhältnismässig reichlich l'liessen. Wie schon von Turin gesagt wurde, besitzen auch in den anderen Städten die meisten der israel itisc 11 on Wo Ii ltätigkei tsanstalten die Rechte juristischer Personen. Es verlangt dies die italienische Gesetzgebung, welche ebenso mit gutem Grunde bemüht ist, die konfessionell katholischen Einrichtungen dieser Art auf einen modernen Standpunkt zu bringen. In Rom stehen alle jüdischen Wohltätigkeitsinstitute unter der Zentraldeputation für Wohltätigkeitspflegc de:* Senator Giacomo Malvano Oberpriisideiit des Staatsrats. ("War über ein Jahrzehnt. Generaldirektor im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten.) jüdischen Gemeinde, welche (ihnen auch Beihilfe zukommen lässt. Der Vorstand Jdieser hat £ ausserdem die allgemeinen Interessen [der betreffenden [Institute zu wahren und Stellt zu diesem Behufe mit den in Betracht kommendenRegierungs-undProvinzialbehörden in Verbindung. Einen erfreulichen Beweis für ihre noch keineswegs versiegte Lebenskraft gaben die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten und Gemeinden Italiens, indem sie, ohne dazu von der Regierung angehalten zu. werden, im vergangenen Jahre den zahlreichen Flüchtlingen aus der Türkei materielle und moralische Unterstützung im weitesten 'Umfange zuteilwerden Hessen. Der innere Grund, warum an der Erhaltung der konfessionellen W7ohlf ahrtseinrichtungen auch viele Personen teilnehmen, die sich sonst wenig oder garnicht mehr um das Judentum kümmern, liegt wohl in demunbewussten Gefühl, man habe die