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Ost und West · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. Seite 143 - 144

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
Die Geschichte der Juden in den Balkanländern
Date
1913-02-01
Page
Seite 143 - 144 (sequence 4)
Language
German
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143 J>r. M. L. B;oul>erger: Zur Geschichte der .Juden in den B;illwmli'uideru. 144 dein die Megillos Saragussa verlesen fixiert und wird 21). Die katalonischen. Juden dagegen, welche wohl am frühesten nach dein. Balkan kamen, galten als intelligent und Th o rakundig22), namentlich waren Parcellona und Geronda berühmte Pflanzstätten der Thora. Auch nach dem Balkan verpflanzten sie die Thorapflege der Heimat und erinnern wir nur an Rabbi Chanoch Sasporta. Damit ist es auch zu erklären, dass der Minhag . und Machsor der Katalonier sich bis in die Gegenwart hinein in Adrianopel und Saloniki erhielt. Die in ihrem Machsor enthaltenen Pilitim rühren zum grössten Teile von Rabbi Mose bon Naohnum, einzelne von Rabbi Mose hon Maimori u. Saloiikiii Gabirol Jier. Der Verfasser der katatonischen Aboda ist U. Josef ben Isak,von dem auch noch einige andere Piutim in diesem Machsor vorhanden sind. Die Juden aus Andalusien und Granada, welche unter die spanische Herrschaft kamen, als diese Gebietsteile mit Spanien vereinigt wurden, sind durch das Judenausweisimgsedikt von 1A92 nicht sofort ausgewiesen worden. Es war ihnen vielmehr für unbestimmte Zeit das Wolmreciit eingeräumt worden. Da sie sich jedoch nicht in ständiger Ungewissheit befinden wollten folgten auch sie dem Zuge ihrer Glaubensgenossen nach dem Balkan. Diese lebten bis dahin unter den Mauren und sprachen Arabisch, doch -l) Feher diesen I.'urini. der iineh Puriin Sizilin genannt wird, vergleiche Rosanes 209 (auch Text der Megilla) 'und Steinschneider l'iifini niid Parodie in -Monatsschrift, f. (J. u. \V. d. .). 1903 S. 283 u. die dort «mgezei-rie Lileratur. 22) H. (i. A. des Rabbi Tsak hav Seheseth Justizrat Dr. Max Loeb, Mainz f. Medaillen in gegossener Bronze (00 mm). ,<& Jf JtF - ' Wir gewöhntensiesieb im Verkehr ndt den übrigen Spani<den an den Gebrauch des Spanischen, und so sind auch keine Spuren ihres früheren arabischen Umgangs erhalten. Nur die Melodien der Synagogengesänge bei allen Spaniolen — auf dem Balkan und anderwärts — sind die ursprünglich arabischen Melodien, die durch die Juden von -Andalusien und Granada im Balkan eingeführt wurden 11. Portugiesen. Auch aus dem zweiten klassischen Inquisitionslandc, aus Portugal, hatten sich seit (lern Anfange des 16. Jahrhunderts die geheimen Juden teils als vereinzelte Flüchtlinge, teils in Gruppen entfernt und sich allmählich über einen .bedeutenden Teil Europas verbreitet24). Mit der zunehmenden Unterdrückung in der Heimat nahm, trotz aller Aiiswanderungsvcrbofe. die Zahl der Auswanderer zu. Wer nur irgendwie konnte, ergriff die Flucht, sich dort niederlassend, wo man ihnen die Niederlassung immer gestaltete. Die meisten wandten sieh nach der Türkei und Syrien. In Konstantine pcl, Adrianopel, Saloniki und andern Städten des türkischen Reiches bildeten sicli neben den spanischen auch portugiesische Gemeinden, deren Gdiecler nach ihren früheren Wohnorten kleine Verbände bildeten, so z. ß. in Saloniki: die Gemeinde Portugal, AIt- und Neu-Lissabon, Ebro-5). Hier treffen wir Glieder der alten Familie Ihn Jachia: den als Arzt, Talmud ist und Richter weitbcrülimten Jacob (Tain) ibn Jachia und dessen Söhne Josef, Leibarzt des Sultans Soliman und Gedalja, Rabbiner I Yik * ■/)v:\M< 369 2>ono natan:: rrrux u. -.Rosanes!. <.•. 215. Frau K. D. in Berlin. Plakette in gegossener Bronze (Höhe 105 mm). -s) Cfr. BernleM Eiiileiimm' a'oan T,~r 'Berlin UJrO ii. Rosanes l."c. 223. 2t) Kavserline/, Geschichte der Juden in. Poi-tutrnl 'S. 262! 25j' ibid. ii. h'os.-mes S. 225.

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