Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- Benno Elkan
- Date
- 1913-02-01
- Page
- Seite 131 - 132 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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131 Karl SrliWiir/.: Menno Kltam. 132 IIEXXO KLKAX. ALSBACH. Porträt Eugea d*Alberto. (BronzHiüste.) und nur durch eifriges Arbeiten und. Uiusiehschaned sieh erarbeitete. Nach Jüngerem Studium in Paris und Kinn, liess er sie Ii ÜJll in Alsbach in. Hessen nieder, er nun in einem schönen .Heimo ganz seiner Kunst lebt. Frankreich und Italien wurden für Elkans Kunst bestimmend; nicht etwa, dass er dort einem berühmten Vorbilde sich anselilossund nun statt deutsch zu bleiben in einen romanisierenden Stil verfiel. Nur das Studium der grossen Meisterwerke wirkte auf ihn befruchtend und Hess ihn erkennen, wie wahrhaft ernste Kunst sich ausspricht. Ein Hauch von dein Geiste der Grossen umspielte ihn und öffnete ihm Augen und Sinn.. Vor allem waren es die Meister der Medaille, zumal der Florentiner Vittore Pisano, die ihn. für diese gerade hei uns in Deutschland, so vernachlässigte Kunst der Medaille begeisterten und ihn lehrten, wie das Quattrocento auch die kleinste Fläche zu grosser Monumentalität erhol). Die meisten modernen Künstler machen-sich das Leben leicht, indem sie die Medaille in grossen Gipsmodellen anlegen und dann der Maschine die . Verkleinerung überlassen. Elkan. dagegen legt seine Arbeit nach dem Vorbilde der Florentiner in der endgültigen Grösse in Wachs an, iässt darnach direkt den Bronzerohguss anfertigen und bearbeitet selbst mit Meisset und Schaber die Bronze, so dass jedes einzelne Exemplar als Originalwerk das Atelier des Künstlers verlässt. Elkan. gilt als einer der ersten YViedererweckcr dieser in Vergessenheit geratenen Kunst und erregte mit seinen kleinen Meisterwerken, die an monumentaler Wirkung heute nur von den Franzosen und ganz wenigen Deutschen erreicht werden, berechtigtes .Aufsehen. Die Konzentrierung des Ausdruckes, das Umgestalten der Naturform in die restlos plastische .Reliefform, das grosse, einheitliche Sehen ohne stilistische Entseclung und die in enge Beziehung zum Dargestellten gebrachte Ausgestaltung der Rückseite sind Vorzüge der Elkanschen Medaillen. Vor allem ist auch ein geschicktes Komponieren in die Rundform, die Gestaltung der Schrift und des Ornamentes zu beobachten. Aus jedem dieser Köpfe spricht ein starkes persönliches Erfassen, ein Gestalten des Menschen mit künstlerisch psychologischer Schärfe. Die Hauptl'orinen sind kraftvoll hervorgeholt, alles Nebensächliche und Zufällige ausgeschaltet. Je nach dem .Modell ist die Charakteristik straffer oder lockerer gefasst. Alan vergleiche nur das kindliche Gesichtchen des kleinen Oscar Bernhard, das zart und doch bestimmte feine Köpfchen der Frau Käthe Dublin und den fest gespannten Blick des Justizrats Dr. Loch, die behäbige Fül.le des alternden Falberes und die unruhig bewegten Züge des Justizrat Stern, um eine ganze Stufenleiter .-künstlerischer Mensrhöriges tal hing zu durchwandern. Diese hohe Kunst in .der .Medaille verschaffte dein Künstler bereits die -A ufträge hervorragender. I Vrsönliehkeiten. wie des verstorbenen Grossherzogs von lh.id.pn,. des Malers Hans Thoma, Engen d'Alberts uruPder französischen Staatsmänner Falberes. Loubel. HKXX< KLKAX. ,\ hSB.W '(f. Töchterchen des Künstlers. Jili-stit'tzcicliiiuug.