Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- Benno Elkan
- Date
- 1913-02-01
- Page
- Seite 129 - 130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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129 130 BENNO ELKAN. Von Karl Schwarz. Vor kurzem erschien in bekannt gewordenen Verlage Bändehen „Moderne Plastik'1 1 lerausgeber ausdrücklich und mit weiser Vorsicht angibt — von einem Laien zusammengestellt und für Laien bestimmt ist, aber trotz mancher Entgleisungen — eine Rundschau der modernen Plastik müsste allerdings anders aussehen — interessante Beispiele unserer Kunst bietet. Meistens sieht man da bekannte Erscheinungen, Werke, die einem schon auf -Ausstellungen begegnet sind, manches Wertvolle und Bedeutende, aber dann auch wieder manches, was mau in d iescrgod rä [igten Uebersicht gerne durch Wertvolleres ersetzt sehen möchte. Jedenfalls dürfte sich ein gewissenhafter Chronist unserer Zeit nicht nach. d iesem B üch Iein rich- 1en. .Besonders der Verfasser einer Geschichte des monumentalen Grabmals und der Plakette müsste sich mit einem unserer jüngeren Künstler eingeh ender hose11ä fügen. dessen Werke einen nachhaltigen Wicdei'klang in der deutschen Künstlorschai't gefunden> dessen Schaffen einen Fortschritt für die deutsche Plastik bedeutet und der bereits heule, trotz seines noch jugendlichen Alters, auf einer solchen Stufe der Beile angelangt ist. dass er zu unseren Besten "gezählt werden kann. Benno Elkan, der als Autodidakt auf dein Gebiete der Plastik sich seinen W eg errungen hat. ist ja dem kunstliebenden Publikum kein Unbekannter mehr; aber das. was die Ausstellungen von ihm zeigen, ist doch stets nur ein Bruchteil der dem schnell allgemein von Langcwiesche ein . das zwar •— wie der IJEXXO EbKAX. Persephone. Polychrome Marmorstatuc. langen Beihe seines bisherigen Schaffens, und manches Werk ist nie zur öffentlichen .Ausstellung gelangt. Auf die Friedhöfe von Dortmund und anderer Städte muss man wandern, die grossen Münzkabinette müssen ihre Schreine öffnen und die Zeichenmappen in seinem Atelier muss man durchsehen, um ihn ganz kennen zu lernen. Eine kleine Auswahl von alle diesem sollen die Leser hier vereint finden und mit Unterstützung des begleitenden Textes einen Einblick in das Schaffen Benno Elkans gewinnen. Es sei mir erlaubt , bei dieser kurzen Würdigung des Künstlers auch auf die im 7. Jahrgang dieser Zeitschrift (1907, Seite 3G3—368) reproduzierten Werke zurückzugreifen und auch einiges Biographische, was dort bereits erwähnt ist, zu wiederholen. Denn eine so hervorragende Persönlichkeit auf dem Gebiete der bei uns Juden stets etwas stie 1*müttorlic11 behandelten Plastik können und dürfen wir nicht mit kurzen Worten übergehen. Benno Elkan, geboren am 2. Dezember 1877 in Dortmund, wurde von seinen Eltern zum kaufmännischen Berufe bestimmt und verbrachte seine Lehrzeit in einem Geschäft in Dortmund, ging dann in Antwerpenin Stellung, entschloss sich dort, dein Kaufmannstande Valef zu sagen und sich d er Ku nst zu wi<I inon. 1898 bezog er als Schüler der Malerei die Akademie München, vertauschte diese Hochschule im Jahre 1902 mit der in Karlsruhe, gab aber im folgen- (Ion J a 11 re das Stud i11 m d er Malerei auf und wandte sich der Plastik zu, einem Gebiet, das er sich völlig ohne Lehrer aneignete ALSBACH.