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Ost und West · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. Seite 989 - 990

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
Tondichtungen alttestamentlicher Texte von Johann Sebastian Bach
Date
1911-11-01
Page
Seite 989 - 990 (sequence 2)
Language
German
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Dr. Leopold Hirschberg: Tondicntungen Alttcstamentlicher Texte von Johann Sebastian Bach. 990 geflossene Musik wird nicht vergehen, so lange es eine Welt und in ihr eine Kunst gibt; die widerlichen Lärmstücke uusrer Modernen aber werden bald versunken sein. 25. Psalm 97, V. 11, 12. C a n t a t e 143. Dass die Worte: „Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Hirzen. Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn, und danket ihm, und preiset seine Heiligkeit" für eine Trainings - Cantate sehr glücklich gewählt sind, wird niemand bestreiten können. Ob sich aber das junge Paar, welches sich dieses Werk bei Johann Sebastian Bach, dem schlichten Kantor der Leipziger Thomas-Schule (als wenn das so gar nichts wäre! bestellte, bei "dem Tondichter gebührend bedankt hat, ist nicht bekannt. Die Nachwelt muss es nachholen. 2G. Psalm 103, V. 2. Cantate 69. Ein ungeheures fugiertes Chorstück von nicht weniger als 141 Takten über die Worte: „Lobe den Herren, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gute4: getan hat". Aus solchen Werken geht am allerklarsten hervor, dass der Dichter David und der Tondichter Bach zum mindesten gleim. gross sind. 27. Psalm 104, V. 27 u. 28. C a ntate 187. Wir werden den Umfang und die Bedeutung dieses Chorgesanges schon aus dem Umfang der Textwort? ermessen können. Dazu kommt aber nocli ein weit ausgeführtes Zwischenspiel des Orchesters zwischen den beiden Versen. 2S. Psalm 115, V. 12-15. Cantate 196, nur Psalmworte und nichts Hinzugedichtetes enthaltend. Als wenn der Meister durch die gütigen, erhabnen Wort? des Psalmisten neue ungeahnte Kräfte empfangen hätte, so kann er sich hier gar nicht genug tun, den Segen auf die Menschen hnrniederzuflchen. Die Kunst der Stimmführung in diesem .Satze: „Der Herr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder", ein^m Zwiegesang zwischen Tenor und Bass, ist übrigens ein bis heute noch un erreichtes Meisterwerk. 20. Psalm 110, V. 7. Cantate 21. Das sphiireiKrbich" Cbgemtiick zu Nr. 22. Wie wollt? jemand wagen, Klingen freudigster Demut: etwas an die Seite zu sstzen Eine Seite von Bachs Handschrift der Cantaie „Sie werden aus Saba alle kommen". Aus dem Besitz der ICönigl. Bibliothek in Berlin, mit ihrer Erlaubnis reproduziert. SO. Psalm 117. M o t e 11 e 6. Ein mächtiger vierstimmiger Chor, in der leuchtenden ürtonart, mit Orgelbegleitung. Für das fast 100 mal am Schluss gesungene Hälblujah verweii(bt der Meister einen neuen Rhythmus, den scharf präzisierten Dreivierteltakt. — Diese Tondichtung hat als zweit? vollständige Komposition eines Psalmcs (allsrclincr; des kürzesten, der existiert) durch Bach zu gelten. (Vonrl. Nr. 3k) 31. P s a Im 121, V. 4. C;> n t a t e 103. Kurzes Rezitativ d?s Sopran-;. 32. P s a 1 m 124, V. 1 u. 2. C antäte 14. Freie Uebersetzung durch ..Luther.

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