Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Die Juden als Wehrvolk
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 873 - 874 (sequence 3)
- Language
- German
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873 Dr. B. Wolff: Die Juden als Wehrvolk. 874 ihrem angestammten Glauben treu geblieben, und verhältnismässig nur sehr wenige haben ihrem Volke den Rücken gekehrt. Indessen darf man nicht glauben, dass in Oesterreich auch im gegenwärtigen Moment den .Juden keine Hindernisse in der militärischen Karriere entgegenstehen. Am besten dürfte das der General- Schiffsbauingenieur Siegfried Popper wissen. Es sei hier erwähnt — as unser Verfasser nicht erzählt —y dav. diesem genialen Schillsbauer im Jahre 1902, als er Generalsrang erhalten sollte, vom Graten Montecuccoli, dem Che! der österreichischen Kriegsmarine, nahe gelegt wurde, er solle sich taufen lassen. Popper war hierauf bereit, den Abschied zu nehmen, erhielt ahoi aus England so glänzende Angebote, dass man sich „oben" entschloss, di1 Taufforderung fallen zu lassen. Im Jahre 1907 nahm Popper endgültig seinen Abschied, weil er e^ gegen den Grafen Montecuccoli ni( ht durchsetzen konnte, dass die Ingenieure wirklichen militärischen Rang erhalten. In diesem Falle hätte nämlich Popper zum Konteradmiral ernannt werden müssen. Als aber im Jahre 1909 Oesterreich seine Dreadnougths zu bauen begann, wurde Popper reaktiviert und übernahm die Oberleitung der technischen .Arbeit. So bringt uns dieses anspruchslose, mit militärischer Knappheit und sachlicher Nüchternheit ge- L. PILICHOWSKI. Der Freiheitsbaum. schriebene Buch eine ungeahnte Fülle des Interessanten und Wissenswerten. Doch viel mehr noch verheisst das vom Verfasser angekündigte grosse, zweibändige Werk „Oesterreich-Ungarns Juden in Heer und Marine". Hat das „Biographische Handbuch"' den Beweis erbracht, dass die Juden sieh wohl zur militärischen Führerschaft. eignen, so wird uns das zu erwartende Werk die Antwort auf die Frage nach der Wehrfähigkeit der Juden als Masse bringen. Besitzt die Masse der Juden jene körperlichen ■ und moralischen Eigenschaften, die einen guten Soldaten machen, als da sind: Widerstandsfähigkeit, Ausdauer, Zähigkeit, persönliche Tapferkeit Todesverachtung, Disziplin und Hingebung? Dioso viele Jahrhunderte andauernde Entwöhnung der Juden vom AYafTcnhandwei'k konnte selbst bei Wohlmeinenden und sogar bei uns Juden selber Zweifel und Vorurteile hierüber aufkommen lassen. Und es gibt nur zwei Staaten in Europa, von wo uns Aufklärung hierüber kommen konnte: Russland und Oesterreich- Ungarn. Hier wohnen die Juden in grossen Massen beisammen und hier konnte die Geschichte sozusagen die Probe auf das Exempel machen. Aber nur von Oesterreich-Ungarn kann man eine vertrauenswürdige, wahrheitsgetreue Antwort erwarten. Diese uns zu bieten hat Moritz Frühling unternommen. Es muss unter PARIS.