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Ost und West · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. Seite 849 - 850

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
Illustrationen zu Russlands Judenpolitik in den letzten Monaten
Date
1911-10-01
Page
Seite 849 - 850 (sequence 4)
Language
German
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849 Illustrationen zu Russlands Judenpoütik in den letzten Monaten. 850 Die von jüdischen Handelsangestellten gegründete und mit jüdischem Geld erhaltene zweite Handelsschule in Jekaterinoslaw bekam aus Petersburg Befehl, in diesem Jahre keine Juden, aufzunehmen. * _ * Mit Umgehung des Ministeriums für Yolksaufklärung hat der Ministerrat beschlossen, die mit der Verordnung vom. 22. August 1907 eingeführte Prozentnorm für die „Aufnahme von Juden in die Mittelschulen" auf die Zulassung jüdischer Externer zum Examen auszudehnen. (Diese vollständig ungesetzliche Verfügung wurde im offiziellen Blatte nicht unter der für neue Gesetze und Verordnungen bestimmten Rubrik, sondern in der „Chronik/*' bekanntgemacht.) Advokatenkammer wollt e ihm nicht die Liste der jüdischen Advokaten ausfolgen, wurde ober durch ministeriellen Erlass dazu gezwungen. — Zweck der ganzen Sache: Entziehung des Wahlrechtes zur vierten Duma. * Für jeden jüdischen Deserteur muss dD Famiii0 r»00 Rubel Strafe zahlen. — Nun hat sich die Gerichtskommission des Senates für dD Aufhellung di 's t juridisch unhaltbaren Strafe ausgesprochen. Aber .Ministerpräsident Stolypin wehrte sich. Er hat auch ein Zirkular erlassen, dass Juden, die diese Strafe zu zahlen haben, keinen Anskmdspass bekommen dürfen. Senatserklärimg: Juden dürfen weder Beisitzer noch Ersatzmänner bei Mandelsgerichten sein. Jüdische Knaben werden in die Knaben-Wehr (Knaben-Soldaten) nicht aufgenommen. Sensationeller Prozess in Kischinew, der folgendes feststellte: Eine Reihe Studierender hatte durch die Intervention gewisser Damen um 1200—1500 Rubel die Aufnahme in die Odessaer Universität durchgesetzt, während andere Aspiranten trotz ihrer „goldenen Medaillen'*' d müssen bleiben mussten. I )ie Damen wurden freigesprochen, weil sie nichts Sträfliches begangen hatten. I )er Odessaer Universitätssenat aber war nicht angeklagt. Er hatte statt der Gesetze die von den erwähnten I)amen e rwirkten E mp fe 11 - I ungsschreiben verschiedener Persönlichkeiten, so des (lenerals Kaulbars, des Stadt- II aup tmanns Tolmatschow und verschiedener Antis •■. »mi tenh äi i ptl inge b er ü c k - sichtigt. Die ,,.) üdisch-literarischc Gesellschaft", die erst vor zwei Jahren gegründet und legitimiert, über 100 Ortsgruppen zählte und segensreich wirkte, — ohne jede B ('grü n dun g au f gel ö s l. Der Stadthatiptmann von Odessa, Tolmatschow, führt Prozesse gegen angesehene Juden, die christliche Vornamen tragen. Die Der Sfadthauptmann von Odessa, Tolmatschow, hat die Verwaltung der Chewra Kadischa dem Stadtrat, d. h. dem berüchtigten Pogromhelden Pelikan, L. P1LICUOWSKI. In Erwartung. (Siehe Artikel: ,.Die neuesten Arln-iten Leopold riliehowskiV TARIS.

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