Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Illustrationen zu Russlands Judenpolitik in den letzten Monaten
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 847 - 848 (sequence 3)
- Language
- German
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847 Illustrationen zu Russlands Judenpolitik in den letzten Monaten. 848 L. PILICFIOWSKT. Die Beichte. (Melie .Artikel: ..Die neueren Arbeiten Leopold I'ilichowski's" auf Seite S.">:?/Sr>4.) Haben. ausserhalb der Stadt zum Som.ni.crau ('enthalt, sein durlen. Ausgenommen sind Handwerker, da si? ausserhalb des „Ansiedhingsravons ' nur dann wohnen dürfen, wenn sie sich mit ihrem Handwerk beschäftigen.' * * Praktisch gewordene Krrl• Islraüo: Dürfen Juden F r i e d h o t sltii n d kauten, der schon ausserhalb ihres ..Ansiedln ngsravnns hegt? * * Kaulleute nuissen erst lunl Jahre im „Ansi'd' hmgsravon „erster Gilde zahlen, ehe sie ihr Geschäft nach ausserhalb übertrafen können. Früher genügte ein halbes Jahr. Kaul'loutc erster . Güde sind nur in dem Orte ausserhalb des ".,AnsiedInngsray ons*'' wohnberechtigt, wo sie eingetragen sind. Pdsher überall schlössen. Städten. fin Petersburger Polytechnikum wurden nach dreijähriger Pause wieder Juden aufgenommen. — nämlich 1 in die Sehiffsbausehule und 1 in die Ingenieur-Abteilung. * * * In die Kiewer Pharmazeutcnschulc sind in diesem Jahre nur 3 Juden aufgenommen worden, weil sich m i r 12 Christen meldeten. — Di;1 Zahl der jüdischen Aufnahmebe wer bor bc trägt über 100. * * * In der Berghochschule in Jekatei'inoslaw wurde eine 10% -Norm für jüdische S tu d enten ein ge l' ührt. * * Per Kurator des Kiewer Bildimgsrayons weist in seinem Bericht an den Bildungsminister mit Genugtuung darauf hin, dass in den Kiewer Staatsschulen die Zahl der Juden klein geworden sei, und in einigen Gymnasien keine Juden aufgenommen werden. „Eine unangenehme Ausnal i me macht nur Kamenetz," sagt, er in seinem Bericht. In Klimowitsch, Gouvernement Mohilcw, wurde das Privatgymnasium in ein Staatsgymnasiuni umgewandelt. Weil für ein solclu s die 15 %-Norm gilt, wurdi n SO jüdische Schüler ansge- Aelmliches geschah in vielen andern PARIS. Alle jüdischen geschlossen. Privatgymnasion des Reiches Der Gymnasialdirektor in Bachmut schickt die jüdischen Aufnahmsbowerbcr erst zu seinem Friseur, namens Friman, und erst, wum sie dort das „Examen" bestanden haben, können sie zu ihm kommen. * * * Telegraphische Verordnung des Handclsministers: Tn den zwei von der Kicvver Kaufmannschaft erhaltenen Handelsschulen dürfen in diesem Jahre keine Juden aufgenommen werden. Die jüdischen Schüler, die gerade beim Aiifnahms-Exam.cn waren, wurden daraufhin sofort nach Hause geschickt.