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Ost und West · 1911-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1911) · p. Seite 709 - 710

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1911)
Article
Der zehnte Zionistenkongress
Date
1911-08-01
Page
Seite 709 - 710 (sequence 3)
Language
German
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709 her zehnte Zionistenkongress. 710 -;.s -^}K K; w « Delegierte des X. Zionisten^Kongresses, die auch dem I. Zionisten-Kongress zu Basel im Jahre 1897 beigewohnt haben: l'ior'. Dr. G. Bielkowfky, 2, Ingenieur 31. Ussiechkin, 3. David Wolfsohn, 4. H. Farbstein, 5. Max Xordau. 0. Rechtsanwalt Dr. M. J. Bodenheimcr, . Valium Sokolow, S. J. L. Goldberg. iL D. Trietscli, 10. L. Jafic, 11. Reiclirsiteabgeordncter A. Stand, 12. Dr. A. Salz, 13. Dr. A. Hausmann, 14. Goitein, 15. Dr. Heinrich J.oewe, 1(5. Leon Horodichz, 17. B. Ginsburg, 18. Litmann Kosenthal. In die theoretisch und praktiscii kritische Stimmung der Dehatte werfen Anträge des russischen Delegierten Rabbinersohn — eines schwerreichen Mannes — farbige Phantasielichter. So sollen 20 000 oder 30 000 Pfund votiert oder auf dem. Wege der Sammlung aufgebracht werden, um einen Dampfer von 2000 bis 3000 Tonnen für den Pcrsonen- und Warentransport in regelmässiger Route Jaffa— Alexandrien — Konstantinopel — Odessa und zeitweise auch Triest zu kaufen, und dieser Dampfer soll den Namen ,,Zion" oder „Theodor Hcrzl" erhalten. Daneben könnten zwei kleinere Schiffe den palästinensischen Küstendienst versehen und die Produkte der Kolonisten billig und schnell auf den ägyptischen Markt bringen. Herr Rabbinersohn, der natürlich auch jüdische Kapitäne und Mannschaften vorsieht, hält diese Unternehmungen für sichere gewinnbringende Geschäfte. Ein anderer seiner Vorschläge bezieht sich auf den Bau eines Sanatoriumhotels am Tiberiasscc, über dessen Heilquellen sich Professor Baginski in Berlin enthusiastisch geäussert habe, und eine dritte Anregung, die er allerdings erst im weiteren Verlaufe des Kongresses gibt, auf das Projekt einer hebräischen Bühne in Palästina. Die Berichtdebatte schliesst am Nachmittage des zweiten Kongresstages mit der fast einstimmigen Annahme eines Vertrauensvotums, das speziell für den Präsidenten Wolffsohn sehr solenn ausfällt. Ihm wird „insbesondere" dafür gedankt, ,,dass er uns das grosse Erbe Herzls nicht nur erhalten, sondern auch gemehrt hat". Der Saal wird Schauplatz einer mächtigen Ovation. Der dritte Kongresstag bringt ein sachliches und erschöpfendes Referat des Dr. Bodenheimcr (Köln) über den Nationalfonds. Die Debatte über diesen Bericht beschäftigt sich aber weniger mit ihm selbst, als mit den Rekriminationen des „Misrachi", der religiös-orthodoxen Richtung innerhalb der zionistischen Bewegung. Auf den palästinensischen Besitzungen des Nationalfonds soll der Sabbat verletzt worden sein. Das steht unter Anklage, unter hitziger Anklage. Und hitzig wird auch die Verteidigung. Kulturkamp flu ft im Kongresssaale. Erst als der Präsident der Organisation und das Direktorium des Nationalfonds entsprechende Erklärungen abgegeben haben, beruhigen sich die Gemüter. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Man fühlt, es war ein Vorgefecht, die Hauptschlacht kommt noch bei der Kulturdebatte. Herr Direktor Katzenellensohn (Libau) erstattet den Bericht der jüdischen Kolonialbank und ihrer Töchtcrinstitute. Man ist im allgemeinen mit dem Fortgange und Fortschritte der Geschäfte zufrieden. Doch setzt einige Kritik ein. Besonders wird Kotierung der Aktien auf der Londoner Börse

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