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Ost und West · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. Seite 449 - 450

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Jüdische Kunst in Palästina
Date
1911-05-01
Page
Seite 449 - 450 (sequence 3)
Language
German
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443 Adolf Friedemann: Jüdische Kunst in Palästina. 450 'Ws U««»U«Lsd^ v-*"5S* äft^f^ Einfamilienhaus. Entwurf des Baumeisters Eliasberg in Berlin. ^gjgtf^ggj vdr fast ausschliesslich auf die biblischen Berichte vom Tempel und dem Palast Salomos, sowie andere gelegentliche Andeutungen der Bibel angewiesen. Und auch in der Bibel ist mehr vom Innern als vom Aoussern die Rede. Wir erfahren nur, dass der Tempel in Rustica erbaut war, dass zahlreiche gewundene Säulen zum Bau verwendet wurden, deren Kapitale kettenähnliche Reifen zeigten, zwischen letzteren Granatäpfel. Die Fenster waren nach aussen hin schmal und erweiterten sich in den Mauern nach innen, um ein gedämpftes Licht gleichmässig zu verteilen. Das Dach bestand aus Zedernholz, war also nicht gewölbt, sondern wahrscheinlich flach, denn man konnte auf ihm in einem gedeckten Gange umhergehen. Am Eingange standen nach assyrischer und ägyptischer Art zwei ungeheure Pylonen. Vom zweiten Tempel wissen wir wenig, der dritte ist ersichtlich unter dem Einflüsse hellenischer Baukunst entstanden.1) Die städtischen privaten Bauten sind vermutlich — wie überall — in ihrer Anlage dem Charakter der öffentlichen Gebäude gefolgt. Man wird also für das in Frage kommende alt jüdische Maus ein flaches Dach, eine von wenig Fenstern durchbrochene Fassade annehmen können,2) auch werden bei grösseren Bauten Säulen häufige Verwendung gefunden haben.3) Aus diesen Andeutungen im Zusammenhang mit der Tatsache, dass sicherlich die Rückwanderer aus Babylon M Mischna, Middot I, 2. 2) Yn-1.1. Könio-e 7, 12:1. Samuel IX, 25, IL Samuel XL 2. 3) Vgl. I. Könige VIT, 6. mancherlei Stüde nente aus der Verbannung heimführten, kann man immerhin viel für die Fassaden neu zu entrichtender öffentlicher Gebäude entnehmen. Aber auch für das einfache Wohnhaus kann man aus diesen Feststellungen Nutzen ziehen. Vor allein müssen flache Dächer eingeführt werden, die für die südliche Lebensweise ohnehin sich von selbst ergeben. Das flache Dach ermöglicht den Aufenthalt in freier Luft und erspart nutzbaren Raum in den Gärten. Ausserdem kann es leicht gereinigt werden und das von ihm abströmende Regenwasser, das man in Zisternen sammelt, kommt nicht, wie bei schwer zu reinigenden Giebeldächern, unsauber in die Sammelbecken. Daneben wird man der Waldverwüstung Rechnung tragen, die grossen Bolzmangel im Orient zur Folge hat und teils deswegen, teils auch aus ästhetischen Gründen, flache, festgefügte, steinerne Kuppeln für die Dächer mit verwenden. Offene Umbauten, Loggien u. dgl. sollten nicht vernachlässigt werden. Sie wehren die Sanne ab, ermöglichen einen geschützten Aufenthalt im Freien während der Regenzeiten, und sind deshalb in allen tropischen Ländern bereits eingeführt. In der Ornamentik wird man nach altorientalischer Art stilisieren müssen. Als Vorbilder werden Tiere und Erzeugnisse des Landes originelle Motive liefern können. ,,Palmwerk" und Blumengerank, sowie netzartige Ivetten scheinen ehedem besonders beliebt gewesen zu sein. Bei öffentlichen Gebäuden haben heute im ganzen Süden, auch bereits in Südeuropa, die hohen, meist offenstehenden Portale monumentalen Charakter. Sicherlich war dies schon im Altertum so und sollte

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