Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die Alliance-Expedition nach dem Yemen
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 281 - 282 (sequence 11)
- Language
- German
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281 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die Alliancc-Expedition nach dem Temen. 282 braunen Teint gepasst. Wir gehen in die Synagoge, und nach beendeter Andacht gehe ich zum Kiddusch wieder zu ihm zurück. Die Frauen werden hereingerufen und weigern sich erst, zu kommen. Der sonst so friedfertige Maudha wird ärgerlich — nun kommen sie alle: seine Frau, seine Mutter (die zweite Frau seines Vaters), seine Schwester und seine Tochter; alle haben sie ein kariertes Tuch auf dem Kopf, das sie über ihr Gesicht herunterziehen. Nach dem Schalom Ale kern und dem Kiddusch setzt man sich; die Frauen rühren sich nicht und der älteste Sohn bedient bei Tisch. Er holt den Araki aus dem Schrank und bringt einen Korb voll Bohnen, Aepfeln und anderen Früchten der Jahreszeit, während man daran knabbert, unterhält man sich. Die jüdische Familie lebt in engstem Einvernehmen; der Herr befiehlt — aber mit welcher Sanftmut, man hört kein lautes Wort, keinen Vorwarf — und man gehorcht ihm mit grosser Höflichkeit. Unter dem einfacheren Volk kommen ja Streitigkeiten vor, aber sehr selten. Oft leben mehrere Frauen in demselben Haus zusammen: Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, verwitwete oder geschiedene Töchter, Enkelinnen, und es ist rührend, wie gut sie sich vertragen. Ihr Leben besteht aus Arbeit; sie haben keine Zeit sich gegenseitig zu beobachten, zu kritisieren und miteinander zu streiten. Um zwei Uhr morgens, wenn der Schamas die Frommen zum Gebet ruft, stehen die Frauen auf und arbeiten bei der Lampe bis Sonnenaufgang. Jede hat ihren Beruf; eine näht Hemden für die Bauernfrauen, die keine Nadel einzufädeln verstehen: eine andere stickt die Kerkuschs (Häubchen) für Frauen und Kinder; eine dritte benäht die türkischen Beinkleider mit Seiden- oder Silberfäden. Selbst die alte Mutter arbeitet noch, meist ohne Brille. Sobald der Tag zu grauen beginnt, löscht man die Lampe aus und beginnt mit der Hausarbeit. In allen Familien wird das Korn im Hause gereinigt, auf Handmühlen gemahlen und das Brot wird in besonders dazu eingerichteten Backöfen gebacken. Die Küche ist sehr einfach: warmes Brot, Kischcr, die pikante Helbe-Sauce und manchmal auch eine Kürbissuppe. Nach der Mahlzeit setzt man sich wieder an die Näherei und Stickerei und arbeitet bis zum Abend. Wie wirkliche Ameisen, gönnen diese Frauen sich keinen Augenblick Ruhe, und nach fünfzehn- bis sechzehnstündiger Arbeit verdienen sie 25—30 Centimes den Tag. Für dieses Geld schaffen sie sich ihre Kleider an, manchmal auch einen Schmuckgegenstand. Während der Woche unterbrechen die Frauen nur selten ihre Arbeit. Wenn der Ehemann zu einem Fest gegangen ist, bringt die Frau ihm das Mittagessen; es sieht sehr interessant aus, wie diese Frauen im Kopftuch, dessen einer Zipfel mit den Zähnen festgehalten wird, in den hocherhobenen Händen das Essen tragen. Eine Hand hält die kleine Terrine mit der eigentlichen Mahlzeit, (Deck'sOriSinal FriscMwltunss- Apparate u. Glaser ermöglichen Jeder Hausfrau Selbstherstellung ihrer Conserven. Seit 1909 fast alle Artikel bedeutend, 1910 kompl. Einrichtungen nochmals ca. 5% im Preise ermässigt. Hervorragende Neuheiten. Unentgeltlich senden Drucksachen J.Week,b°S: Ölllngen lr. 148 Amt Säckingen, Baden. 7,a haben in Apotheken, Drogen-, Friseur- und ParfSnieric-Gesrliäften. Wer einen wirklich guten alten K> f\rW*\AI ¥3* ¥ ltf trinken will, flaschenreit«n deutschen w JL W .E* X JCTI versuche die Marke Klostergut Marientlial bei Walporzheim, die von der Deutschen Eisenbahn-Speisewagen-Gesellschaft in ihren Speisewagen seit Jahren geführt wird. Bestellungen sind zu richten an Frau Dr. Pfahl Erben in Bonn. :: Preis 1.50 M. pro Liter oder Flasche. _____ -Hl Weltbeherrschend ■_■ sind zwei unzertrennliche Dinge: Frauen- Schönheit und Leichner's Fettpuder bester unschädlichster Gesichtspuder, gibt dem Teint zarten, rosigen, jugendfrischen Ton, man merkt nicht, daß man gepudeit ist. Zu haben in allen Paiiümerien und der Fabrik Berlin, Schützenstr. 31. — Man verlange stets: Leichner 'sehe Puder. IGleichberUhmte Marken sino auch: . . , Hermelinpuder Leichner5 Aspasiapuder 4,— I