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Ost und West · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. Seite 113 - 114

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
Ein bedeutender Fund althebräischer Inschriften aus der Zeit des Königs Ahab von Israel
Date
1911-02-01
Page
Seite 113 - 114 (sequence 3)
Language
German
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113 Dr. A. S. Yahuda: Ein bedeutender Fund althebräischer Inschriften usw. Reste der von Herodes dem Grossen rings um den Hügel gebauten Säulenstrasse. wie Jericho, Gezer, Toll-ci-Jlasi mit Hunderten von kleineren und grösseren 'Bauten blossgelegt wurden, konnten keine wichtigen Inschriften entdeckt werden. Nur einige Tonsicgel mit dem Namenszug hoher israelitischer Beamter aus der Zeit Jerobeams IL (783 bis 742 v. Chr.) und seiner Nachfolger, sowie einige kleinere Kcilinschrifton in der Ebene von Izreel kamen zum Vorschein, und es erregte schon grosses Aufsehen, als in der Nähe der Stadt Gezer, die nach I. Regum 9,16 vom Pharao seiner an König Saloino verheirateten Tochter als Mitgift gegeben worden ist, ein Stein gefunden wurde, auf dem. eine Art Bauernkalender in althebräischer Schrift und Sprache aufgezeichnet war. Man ist also, wie gesagt, etwas skeptisch geworden; uian hat sich mit dem Gedanken schon abgefunden, dass das Volk der Bibel alle seine geistigen Erzeugnisse mit sich auf seine Wanderungen genommen hat, und dass das wenige, das es im Heimatlande zurückliess, entweder durch böswillige Hand vernichtet oder im feuchten Boden Palästinas morsch geworden ist. Von der ganzen, überaus reichhaltigen biblischen Literatur aus vor- und nachexilischen Zeiten sollte nur der kleine Teil erhalten geblieben sein, den das ewige Volk auf der Flucht von Land zu Land, von Nation zu Nation vor der Vernich tun gswut grausamer Feinde in heroischer Selbstaufopferung gerettet hat. Nun kommt eine Nachricht aus den Ruinenstätten, in Samaria, die wohl geeignet ist, in weiten Kreisen grosses Aufsehen hervorzurufen: l) Unter der Leitung des von seinen ägyptischen Ausgrabungen bekannten und wegen seiner Zuverlässigkeit und Umsicht sehr geschätzten Archäologen Professor Dr. Georg Andrew Reisner sind vor wenigen Wochen etwa 75 beschriebene Tonscherben im Schutthaufen einer tieferen Ruinenschicht gefunden worden. Die Schrift ist die althebräische, nur ist sie etwas mehr kursiv als die Schrift des Mesasteins und der Siloainschrift gehalten und die Buchstaben sind nicht mit dem Meissel in den Ton eingeritzt, sondern mit Tinte und Rohrfoder geschrieben. Bei näherer Untersuchung sind mehrere Namen von Zeitgenossen des Königs Ahab von Israel entdeckt worden. Die Scherben sind vermutlich Bruchstücke von In einer Note zu meinem Aufsatz im „Berliner Tageblatt" gab ich die Quellen an, die mir für die Details massgebend waren. Im letzten Augenblick, nachdem vorliegender Artikel bereits gesetzt war, erfuhr ich von der Veröffentlichung eines Artikels des bekannten Leipziger Theologen Professor Kittel in den „Leipziger Neuesten Nachrichten".vom 23. d. Mts., in dem authentische, auf einen Bericht der amerikanischen Expedition selbst zurückgehende Nachrichten enthalten sind. Ich folge daher im Wesentlichen den Ausführungen Prof. Kittels.

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