Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. Seite 1125 - 1126

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
Die Juden Italiens
Date
1912-12-01
Page
Seite 1125 - 1126 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584019-2584032-2602213--13929-2602311
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1125 Prof. Dr. Ermano Loevinson, Rom: Die Juden Italiens. 1126 schmücken heute katholische Kirchen! Der deutsche Tempel in Venedig, ein altelirwürdiges Bauwerk, das etwa aus dem Jahre 1500 stammt, geriet aus Mangel an verfügbaren Mitteln derartig in Verfall, dass man im Jahre 1910, um ihn vor Einsturz zu schützen, zu einer öffentlichen Geldsammlung seine Zuflucht nehmen musste. Ferner kommt es bei der vielfachen Apathie des jüdischen Publikums bereits an meheren Orten Italiens vor, dass auf Grund des genannten Gesetzes von 1890 an der Verwaltung rein jüdischer Wohltätigkeitsanstalten - Nichtjuden teilnehmen. Eine wahre Plage für kleine, arme Gemeinden ist der Mangel an jeder einheitlichen Organisation gegen den Wanderbettel, an dem h auptsächlich Flüchtlinge aus Osteuropa beteiligt sind. Auch die erst ganz kürzlich dringend gewordene Fürsorge für die aus der Türkei ausgewiesenen Italiener, unter denen das jüdische Element sehr zahlreich vertreten ist, erheischt einheitliches Handeln. Als naheliegendes Mittel bei so vielen Uebeln und gegen die Zersplitterung der jüdischen Kräfte, welche durch kein staatliches Organ irgendwelcher Art zusammengefasst werdeü, bot Abgeordneter Dario Cassuto (Vertreter von Livorno, — Autorität auf dem Gebiete des Seerechts.) sich die Angliedernng der im Untergänge begriffenen Gemeinden an benachbarte, noch lebensfähige. Auf diese Weise ist es vor wenigen Jahren der Gemeindevertretung von Reggio delP Emilia gelungen, das Vermögen der Nachbargemeinden Guastalla und Novellara zu retten. Diese Massregel muss bereits als wohltätige Folge einer Einrichtung angesehen werden, welche bestimmt ist, von Jahr zu Jahr grössere Bedeutung für die Erhaltung des Judentums in Italien zu gewinnen; wir meinen die Kongresse der jüdischen Gemeinden k Italiens, von denen der erste 1909, der zweite 1911, beide in Mailand, der werktätigsten Stadt Italiens, abgehalten wurde. Verbunden waren damit Konferenzen der Vorsteher der jüdischen Wohltätigkeitsanstalten. Wie sehr diese Kongresse einem dringenden Bedürfnisse entsprachen, zeigte die weitere Entwicklung. Auf dem zweiten dieser Kongresse kam es nämlich unter naturgemässer Weiterentwicklung der Organisation zur Bildung eines ständigen Ausschusses der jüdischen Gemeinden. Er führt den Titel .,Comitato delle Universita Israelitische". Sein Sitz ist Rom, Präsident jHechtsanwaltund

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.