Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 1001 - 1002 (sequence 5)
- Language
- German
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1001 Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft der Judentums, 1002 hervorragenden Stellung innerhalb der allgemeinen jüdischen Geschichte immer wieder die Forschung auf sich zieht. Dazu kommt,dass die allgemeine deutsche Geschichte in viel facher Beziehung zur jüdischen Geschichte steht und dass das deutsche Geistesleben vom 1) Pi-of. Dr. Michael Guttmann, Budapest 2) Geh« Reg.-Rat Prof. Dr. L. Geiger, Berlin jüdischen und umgekehrt das jüdische vorn deutschen häufig angeregt und befruchtet worden ist .Eine 1 )arstellung<ierGeschiebte der Juden in Deutschland — und diese will die Germania Judaiea schaffen — ist daher eine hervorragende wissenschaftliche Auf- 3) Oberrabb. Dr. M. Güdemann, Wien > 5) Rabb. Dr. Hochfeid, Berlin gäbe — und ihre Ausführung schon jetzt der Beachtung der gelehrten wie der gebildeten Kreise sicher. Die Germania Judaica wird keine fortlaufende Darstellung bieten, sondern in Gestalt eines eingehenden Nachschlagewerkes, an der Hand eines umfassenden Registers aller deutschen Länder und Ortschaften sowie aller in Deutschland ansässig gewesenen hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten neben der Allgemeingeschichte der deutschen Juden ihre wissenschaftliche, religiöse, soziale und kulturelle Bedeutung zur Darstellung bringen. Die Leitung dieses Unternehmens ruht in den Händen des Breslauer Seminardozenten Dr. M. B r a n n und des als hervorragender Bibliograph bekannten Frankfurter Stadtbibliothekars Dr. Frei m ann; eine Kommission und ein Stab der besten Kenner der Geschichte der deutschen Juden stehen ihnen als Mitarbeiter an ihrem bedeutsamen Werke zur Seite. Mehrere Vorarbeiten, welche n:it der Art, wie die Ausführung der Germania Judaica gedacht ist, bekannt machen und diese zur öffentlichen Diskussion stellen sollten, haben vielfachen Beifall und Anerkennung gefunden, und es steht zu hoffen, dass sich diese auch auf den ersten Band des Werkes übertragen werden, der im Anfang des nächsten Jahres erscheinen wird. Neben der Vorbereitung und Förderung dieser grösseren Werke darf eine wissenschaftliche Gesellschaft aber auch die Einzelforschung nicht vernachlässigen. Indem die Gesellschaft sich stets dieser Pflicht bewusst gewesen ist, kann sie trotz ihres verhältnismässig kurzen Bestehens schon auf bemerkenswerte Leistungen in dieser Hinsicht hinweisen. Sie hat zunächst von Anbeginn an die M o n a t s - schrift für Geschichte u n d W issenschaft des Judentums, die älteste jüdischwissenschaftliche Zeitschrift in deutscher Sprache, die bis dahin aus Mangel an Mitteln nur einen sehr 4)Dr. GustavKarpeles.Berlin Gestorben 21. 7. lOHO. 6) Prof. Dr. Satn. Krauss,Wien 1) Prof. Dr. Michael Guttmann, schreibt für den Geschichte der Halacha. ..Grundriß" die Geiger, Mitglied des Ausschusses der 7) Rabb« DrJ. Krengel, B.Leipa 2) Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. L. Gesellschaft. 3) Oberrabb. Dr. M. Güdemann, schrieb für den „Grinulrisss" Jüdische Apologetik. 4) Dr. G. Karpeles, Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft. 5) Rabb. Dr. Hochfeld, schreibt für den,.Grundriß-Jüdische Pädagogik. 6) Prof. Dr. Sam. Krauss, Verfasser der 3 bändigen Talmudischen Archäologie im ..Grundrfes". 7) Rabb. Dr. J. Krengel, gibt im Corpus Tannaiticum die Toseft i heran-. 8) Kirchenrat Dr. Kroner, Mitglied des Ausschuß der Gesellschaft. 8) Kirchenrat Dr. Kroner,Sttlttg.