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Ost und West · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. Seite 941 - 942

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Der erloschene Stern
Date
1912-10-01
Page
Seite 941 - 942 (sequence 4)
Language
German
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041 Sch. Gorelik: Der erlpschene Stern. 942 yF%* u Chanuka^Lcuchter für die Synagoge Fasanenstrasse, angefertigt von der Firma H. Meyen & Co., Berlin. (Zum Artikel „Die neue Synagoge", Seite 929/930.) III. Im ganzen eine einfache Geschichte: Die Geschichte eines armen Jungen, des Sohnes eines Kantors, den der Graf von einem benachbarten Gute zufällig sinken hörte, dann unterstützte und ins Konservatorium hinbrachte. Er verliess die Schule mit der goldenen Medaille und hatte nun einen ziemlich leichten Weg. Er stieg immer höher und höher, bis er erster Bariton an der kaiserlichen Oper wurde. Seiner Stimme, Jugend und Schönheit verzieh man den nichtrussischen Akzent seiner Aussprache. Grigori Savveliewitsch war der glücklichste Mensch. Er hatte Familie, er liebte es, laut zu lachen und gut zu tafeln. Jahre verflossen in Sorglosigkeit und Erfolg, und es fiel ihm gar nicht ein, dass ihm plötzlich der Feind entgegentreten könnte. Alle seine Freunde wussten es schon, dass es bergab mit ihm gehe, dass der Opernlöwe schwächer und müder wurde; nur ein Mensch bemerkte das noch nicht, und das war er selbst. Bis ihn einmal der Direktor unter dem Arm nahm, mit ihm das lange Zimmer durchschritt und sa^te: „In der letzten Zeit, mein Lieber, hat Ihre Stimme die Neigung gezeigt, heiser zu werden. Ich glaube, Sie sind ein bisschen müde und sollten sich ausruhen. Vielleicht wollen Sie einige Monate Urlaub?" Bald darauf bekam Grigori Saweliewitsch die Entlassung. Er Hess sich nun in verschiedene Theater- Unternehmungen ein, in denen er sein Vermögen verlor. Dann sank er immer tiefer, bis er wandernder Konzei rsänger wurde. Seine herrliche Baritonstimme, die einst soviel Begeisterung geweckt hatte, war verloren. Fr brachte nur heisere, leidende Töne hervor. Und ge-

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