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Ost und West · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. Seite 821 - 822

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
Über die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien
Date
1912-09-01
Page
Seite 821 - 822 (sequence 3)
Language
German
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821 Felix Halle: Ueber die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien. 822 Juden ihre gesellschaftliche Stellung auf unredliche Art erreichten, erbracht wäre. Um von der Kulturieistung der Juden im weiteren Sinne ein annähernd richtiges Bild zu bekommen, und um die Behauptung von der Minderwertigkeit oder doch nur einseitigen Begabung der Semiten zu widerlegen, sowie aus technisch-genealogischenGiünden isfes geboten* auch diejenigen jüdischen Geschlechter aufzunehmen» die sich nicht mehr zur jüdischen Religion bekennen, gleichviel ob sie einer anderen Religion beigetreten sind oder sich als konfessionslos bezeichnen. Die Aufnahme dieser Familien erhält eine besondere Bedeutung insofern, als gewisse Berufe den „nicht getauften" Juden in den einzelnen Staaten trotz der formellen Gleichberechtigung de facto verschlossen sind. Der Familienstand der jüdischen Häuser christlicher Konfession aber wird 'beweisen, dass Semiten zur Bekleidung hoher und höchste]' Staatsämter und Offiziersstellen durchaus befähigt sind; ja er wird sogar ergeben, dass Männer jüdischer Abkunft als katholische und protestantische Theologen Anerkanntes geleistet haben und zu hohen kirchlichen Würden gelangt sind. Auch ist es notwendig, den durch das Blut gegebenen gemeinsamen Ursprung und natürlichen Zusammenhang der Geschlechter sichtbar zu erhalten, weil hierdurch verhindert wird, dass Nachkommen Jüdischer Familien durch den Austritt aus der jüdischen Religionsgemeinscl aft auch ihre Abstammet AhK/1! ®> ' . J '/ BA«(T LEO BÄK ST. ST. PETERSBURG. Griechische Tänzerin (Bacchanale in „Cleopatra"). &*r A H*M4Ht LEO BAKST. ST. PETERSBURG. Der Lieblingsdichter. mung vergessen und dem Antisemitismus zugängia: werden. Schliesslich wird die Geschlechterfolge jüdischer Familien nicht jüdischen Bekenntnisses es dem Forscher ermöglichen, den sehr interessanten und wichtigen Versen wägerungs- und Assimilisationsprozess mit den verschiedenen Schichten der Landesbevölkerung zu verfolgen. Eine Genealogie der Juden würde aber nicht nur allgemeine kulturhistorische und sozialwissenschaftliche Bedeutung haben, ihre Schöpfung wäre auch ein Werk der Pietät. Sie wäre das schönste Denkmal, welches die Nachkommen den Männern setzen können, die durch ihre Lebensarbeit den Grundstein zu den vielen angesehenen jüdischen Häusern gelegt haben, die im Laufe der letzten Jahrhunderte entstanden sind. Ein genealogisches Werk hat aber nicht nur wissenschaftlich-theoretischen und ideellen Wert, sondern es gewährt auch praktischen Nutzen. Fast keiner der jüdischen Männer, denen es gelungen ist, ein grosses Vermögen zu erwerben, hat es versäumt, den Segen seiner Arbeit zur Errichtung von wohltätigen Stiftungen zu verwenden. Durch das Vorhandensein eines genealogischen Handbuches wird der Nachweis der Verwandtschaft bei Stiftungs- und Erbansprüchen zum

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