Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Die Ereignisse in Fez
- Date
- 1912-06-01
- Page
- Seite 593 - 594 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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593 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die Ereignisse in Fez. " ^■^ ¥ W W fl£.. l V •V^Ä'^; V T ■fp " '•k/ v: v*y 4 *J V *: y ,w >%t- ■afe , Ar ..fK. V: # » . v > JR. , »,:: : - y. meincle ein grosses Terrain für den Wiederaufbau der zertrümmerten Häuser und die Vergrößerung des Mellali überwiesen würde, auf dem wir uns einen Platz für unsere Schulen und für ein Krankenhaus reservieren könnten : ausserdem müssten noch alle individuellen Ersatzansprüche befriedigt werden. Es wäre sehr wünschenswert, wenn Sie in diesem Sinne schon jetzt an die französische Regierung heranträten und uns den nötigen Beistand sicherten. Dank der Spenden, die uns hoffentlich von allen Seiten zufliessen werden, können unsere Glaubensgenossen unterstützt werden, bis im Mellah wieder das regelmässige Leben in Gang kommt. Wir werden auch in verschiedenen Fällen versuchen, durch Darlehen oder Geldunterstützungen Geschäfte wieder in Betrieb zu setzen, Handwerkern neues Werkzeug anzuschaffen und einige Läden mit Waren zu versehen. Die täglichen Verteilungen von Lebensmitteln werden fortgesetzt; wo es nottut, bekommen die Bedürftigen Kleidung und etwas Bettzeug.—Ich werde mein möglichstes tun, damit Die Schulen der Alliance in Marokko. Mädchenschule in Tetuan (1. Klasse). Die Schulen der Alliance in Marokko. Knabenschule in Tetuan (1. Klasse). die Schule recht bald wieder eröffnet werden kann. Augenblicklich dient das Schulhaus noch als Lagerplatz für die Lebensmittel. Ich möchte Sie aber noch bitten, alsWohlf ahrtsmassregel allen unseren Kindern, wenigstens für ein paar Monate, freie Schule zu gewähren und unseren Etat für Speisung und Kleidung der Schulkinder wesentlich zu erhöhen. Vierter Brief. Fez, den 28. April 1912. Verehrter Herr Präsident! Die in den Höfen des Palastes untergebracht gewesenen Israeliten sind heute vormittag in den'Mellah zurückgekehrt. Sie hatten in der vergangenen Nacht viel unter Kälte und Nässe zu leiden gehabt, der unaufhörliche Regen hatte die unzureichenden Schutzdächer der Armen ganz durchtränkt. Es war ein beklagenswertes Schauspiel, diesen Zug von Männern, Frauen und Kindern zu betrachten, die in ihren schmutzigen Lumpen an den Trümmern ihrer Wohnhäuser vor Verzweiflung weinten. Greise Männer und Frauen, die vor Schwäche nicht mehr gehen konnten, wurden von ihren Söhnen getragen; Wöchnerinnen schleppten sich mit den Säuglingen im Arm mühselig vorwärts, ihr abgemagertes Antlitz zeigte die deutlichen Spuren der kaum überstandenen Leiden. Alle trugen auf dem Kopf oder auf dem Rücken die wenigen Lumpen, die sie vor der Plünderung hatten retten können, oder die sie der öffentlichen Wohltätigkeit verdankten. Barfuss und halbnackt habe ich reiche Kaufleute vorbeiziehen sehen, die sonst nur auf ihren Mauleseln in den