Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Emil Pottner
- Date
- 1912-04-01
- Page
- Seite 327 - 328 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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327 Karl Schwarz: Emil Pottner. 328 gflMN EMIL POTTXER. Watschelnde Enten. (Porzellan.) BERLIX. EMIL POTTXER. BERLIN. Aschenschale mit zankenden Vögeln, (Porzellan.) finden wir bei diesen, dass es dem Künstler hauptsächlich darum zu tun ist, mit dem Pinsel das bunte Lehen und Treiben in seiner mannigfachen Natürlichkeit vor unseren Augen erstehen zu lassen. Wie die Tierchen im Wasser plätschern und der ruhige Wasserspiegel leise ihrem gelenkigen Plätschern folgt, wie das Schill' bei ihren zappeligen Bewegungen hin und her rauscht, und die Sonne ihre munteren Strahlen auf das bunte Gefieder ergiesst, wie im fröhlichen Durcheinander dieses harmlose Leben sich in der freien Natur abspielt — das sind die Themen zu dengrossen Gemälden, von denen wir alljährlich Proben auf den verschiedensten Ausstelhingen bewundern können. Die Vorstudien zu seinen plastischen Werken macht Emil Pottner mit Pastell- oder Buntstift, und aus diesen Stu« dien heraus sind dann die graphischen Werke entstanden, eine Technik, der sich der Künstler erst seit kurzem zu* gewendet hat. Hier erstrebt der Meister in der Schwarz- EMIL POTTXER. Wildenten im Wasser. t-Xatli einer Radierung.) Weiss-Kunst die bunte Stimmung durch zarte Abstufungen vom tiefsten Schwarz zum leuchtenden Weiss zu erzielen. Sein sicheres zeichnerisches Können ermöglicht ihm, mit Messer, Nadel oder Kreide seine Impressionen in schneller Folge zu fixieren. Im Holzschnitt wendet er hauptsächlich die geschmeidigere Abart des Linolenrr.sehnittes an und hat in dieser Technik auch eine Reihe wundervoller zarter Farbenschnitte geschaffen, Vierplattendrucke, die immer wieder dieselben Themen behandeln, das Leben und Treiben der gefiederten Tierchen in ihrer freien Ungezwungen, heit draussen in der Natur, wo sie sich unbelauscht wähnen und freiThrer Natur* entsprechend ausleben. — So ist der Künstler durch sein universelles Können ein in jeder Hinsicht; begeisterter und Begeisterung erwekkender Künder seiner Ideen, denen ein jed erInteresse entgegenbrin - gen muss, mag er nun durch die künstlerische oder psychologische Schlagkraft des Meisters überzeugt wer« den, ' BERLIN.