Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Emil Pottner
- Date
- 1912-04-01
- Page
- Seite 329 - 330 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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329 Karl Schwarz: Emil Pottner. 33.0 /' r I - .•.'U& K-.v ., . -: 4. A'V. \ r. ' •.^ •f:- ""* ••••^r % II . •*&-:;,.*• ■■■ ^asfc.,- EMIL POTTNEE. Kranich. BERLIN". (Xach einer Majolika.) Das Künstlertum ist Emil Pottner, der heute im 40. Lebensjahre steht, mit in die Wiege gelegt worden. Sein Vater war Sänger am Herzoglichen Hoftheater in Brannschweig, so class Kunstpflege stets in dem Pottner'schen Hause geübt wurde. Unter grossen Entbehrungen musste er sich seinen Weg bahnen, mittels Stipendien wurden ihm die Mittel zum Studium auf der Akademie ermöglicht, doch bald i'iel auch diese Unterstützung fort und der jugendliche Künstler, der die strenge Disziplin der Akademie nicht ertragen konnte, sah sich gar bald auf eigene Kraft angewiesen. In bitterster Not arbeitete er in München für sich selbst, als er jedoch das erste Mal im Kunstverein vor die Oeffentlichkeit trat, da ward sein Werk mit grosser Begeisterung aufgenommen. Doch erst in - Berlin, seit Gründung der Sezession, ^urde der Erfolg ein anhaltender, so dass die bittere EMIL POTT KEIL Hahn. BERLIN. (Nach einer Porzellanfigur.) Not ein Ende nahm und dem Künstler Gelegenheit geboten ward, in dem benachbarten Holland sich an alter Kunst zu begeistern, wo ihm in Delft durch die Erzeugnisse der Porzellan-Manufaktur die erste Anregung zu seinem plastischen Schaffen wurde. 1905 begann Pottner in Berlin seine ersten Arbeiten in Porzellantechnik, die nach vielen vergeblichen Versuchen endlich zum Ziele führten. Die Sommermonate benutzt der Künstler zu malerischer Tätigkeit, im Winter wird in der kleinen Behausung modelliert und an graphischen Werken gearbeitet, und so entsteht im bunten Wechsel, angeregt durch immer neue Erkenntnisse in dem Studium der Tierwelt, eine immer grössere Fülle von Werken, deren Gesamtheit uns eine tiefere Erkenntnis der Tierpsychologie liefert, als mancher dickleibige Foliant von gelehrter Hand. CONSTANTIN BRUNNER UND MARTIN BUBER. Von Martin Biiber sind „"Drei Reden über das Judentum" erschienen. Es handelt sich mir nicht darum, sie zu rezensieren; nur einen bestimmten Punkt möchte ich zur Spräche bringen. Wer Constantin Brunner, den Verfasser, der „Lehre von den Geistigen und vom Volke", gelesen hat, kann bei Nachdruck verboten. der Lektüre von Bubers Reden über die beständige Verwunderung nicht hinwegkommen: warum wird in dem ganzen Verlaufe dieser Reden Constantin Brunner nicht ein einziges Mal genannt? Denn das ist dem Leser Brunnei s zweifellos deutlich, dass otne Brunner Bubeis Buch nicht wäre, ganz gewiss nicht so wäre, wie es nun ist.