Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Emil Pottner
- Date
- 1912-04-01
- Page
- Seite 325 - 326 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Karl Schwarz: Emil Pottner. 326 EMIL POTTNER. Majolikafigur. BEKL1X. EMIL POTTNER. Majolikafigur. BERLIN. Hahn und krächzt mit [angestrengter Verdrehung seines Halses sein Kikeriki in die Welt. Nach jahrelangen Bemühungen ist es dem Künstler gelungen, die unplastische Masse des Porzellans, die bisher nur durch Guss nach dem hohlen Modell in stabile Form gebracht werden konnte, in ähnlicher Weise wie den Thon zu modellieren. Unter grossen Schwierigkeiten sind so zum ersten Male kleine 0 r i g i n a 1 -Porzellanfigürchen entstanden, die nach dem ersten Brennen im Ofen vom Künstler selbst mit feinen Lasurfarben gedeckt, ein neues Gebiet der bildnerischen Verwertung eines bisher nur auf indirektem Wege bezwingba ren Materials ersc blossen haben. Um den Unterschied mit anderen Porzellanliguren deutlich zu machen, sei hier erwähnt, dass die so hoch geschätzten Erzeugnisse, z. B. der Kopenhagener Manu fa ktur, aus Formen gegossen und jedes Modell folglich öfters wiederholt werden kann, während die Arbeiten Pottners EMIL POTTNER. Enten. (Nach einer Radierung nur einmal als eigenhändiges Werk des Künstlers bestehen. Seit Jahresfrist ungefähr hat jedoch die Grossherzogliche Manufaktur zu Karlsruhe eine Anzahl von Pottner'sehen Modellen zur Vervielfältigung in der bekannten Weise erworben, so dass jetzt auch die sonst sehr kostspieligen Originalarbeiten in vorzüglichen Guss-Herstelhingen zu haben sind. Die neue Porzellantechnik hat dem Künstler neben anderen Anerkennungen, [so durch Erwerbungen zahlreicher Museen, auch den Grand Prix der Brüsseler Weltausstellung eingetragen. — Von einer strengen Trennung der einzelnen Gebiete der Kunst kann bei Emil Pottner keine Rede sein. Nur die Mittel der Anwendung sind verschieden, als Impressionen und auf das Streben von Lebhaftigkeit und Leichtigkeit hin entstanden. Wenn wir von d iesem G esichtsp u nk te aus 'uns von den plastischen Einzeldarstell ungen zu den malerischen Kompositionen wenden, so BERLIN.