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Ost und West · 1912-03-01 · Heft 3 (März 1912) · p. Seite 247 - 248

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 3 (März 1912)
Article
Die weißen und schwarzen Juden des südlichen Indien
Date
1912-03-01
Page
Seite 247 - 248 (sequence 3)
Language
German
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247 Ernst von Hes«e-Wart egg: Die weissen und schwarzen Juden des südlichen Indien. 248 ir.cn. dass sie nicht selten Kraute für ihre Söhne oder Gatten für ihre Töchter aus Palästina oder Europa kommen lassen. — Wold gäbe es an solchen genug in ihrer Stadt selbst, doch sie gehören einer anderen Gruppe von Juden an, mit denen sie keine Verbindung eingehen wollen, die sie meiden und als minderwertig betrachten: die schwarzen Juden. Am Ende des belebtesten Güsschens des weissen'* Ghetto kam ich zur Synagoge der weissen Juden, überhöht von einem, massigen Glockenturm, und jenseits von ihr liegt das Viertel der ,, Schwarzen'*. Ihre Gesichtsfarbe ist etwas dunkler und ihr Typus augenscheinlich nicht so rein erhalten, dabei sind sie nicht so gut gekleidet, ihre Wohnungen sind ärmlicher und schmutzige:1, und sie dürften wohl im. Laufe der Jahrhunderte manche Kreuzung mit den Hindus eingegangen sein. I )as dürfte der Hauptgrund der Verachtung sein, mit welcher die „Weissen"4 ihre Glaubensgenossen behandeln. Wenigstens äusserten sich die Rabbiner und älteren Leute, mit denen ich sprach, in diesem Sinne. Von ihnen erhielt ich auch wertvolleAuskünfte über ihre Herkunft. Sie sind stolz darauf, dass ihre Vorfahren schon zur Zeit d erZerstörung des Tempels von Jerusalem unter Titus hierher kamen. Die Fürsten Südindiens nahmen sie mit Woldwollen auf, gewährten ihnen wertvolle Vorinneres der Synagoge der weissen Juden in Cochtn mit offenem Altarschrank, um die Gebetrollen zu zeigen, überragt von Königskronen. Inneres der Synagoge der weissen Juden in Cochin mit silberbeschlagener Kanzel und reichgeschnitztem Holzschrank, der die Gebetrollen enthält. Sitzend: Der Rabbiner und seine Familie. rechte und schenkten ihnen Länderstrecken für ihre Ansied hingen. Die gross te darunter war jene von Cranganore. Durch Fleiss und Sparsamkeit erwarben sie sieh im Laufe der ersten Jahrhunderte ansehnliche Vermögen, ja ihr FinITuss war schon im fünften Jahrhundert so gross geworden, dass ihnen der König von Mala bar ein eigenes Fürstentum, Anjuvanam, mit den gesamten Einkünften desselben abtrat, und ihren Führer, Joseph Rahhuri, zum Fürsten erhob. Als ich unter Leitung des Rabbiners die Synagoge der weissen" Juden besuchte, kamen bald auch die Gemoindenltesten herbei und zeigten mir mit Stolz die uralten Rronzetafeln, auf welchen die diesbezügliche Urkunde eingegraben ist. Sie lautet in deutscherUeber Setzung folgendermassen: ,.11 eil! Wohlstand! Das nachfolgend verzeichnete Geschenk wurde von Ihm gemacht, welcher den Namen „König der Könige" führt, von Seiner Majestät dem König, dem glorreichen Rhaskara Ha vi Van na, König von Malabar, dein Herrscher überH und eintausend e von Orten, in dem sechsunddreissigsten J ah re Unseres Lebensund im zweiten , l Unserer Regierung, an dem Tag, an dem Wir uns gnädigst in Marigakoli befanden. Wir haben dem Joseph Raban das; Fürstentum Anjuvanam (Cranganore )

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